Nach Löwen-Abgang: Hat Hertha noch Platz für Talente?

Berlin - Im Sommer ließ sich Hertha BSC für rund sieben Millionen Euro die Dienste von Eduard Löwen kosten. Sechs Monate später ist der 22-Jährige schon wieder weg. Der Mittelfeldspieler wird für eineinhalb Jahre an den FC Augsburg verliehen. Zudem sicherten sich die Fuggerstädter eine Kaufoption.

Eduard Löwen verlässt Hertha bereits nach einem halben Jahr wieder.
Eduard Löwen verlässt Hertha bereits nach einem halben Jahr wieder.  © Soeren Stache/dpa

Schon im Sommer buhlten die Augsburger um die Dienste des Sechsers, den Zuschlag bekamen aber die Berliner. Nun klappt es im zweiten Anlauf - obwohl Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann nur lobende Worte fand.

"Edu ist ein guter Sechser, ein unglaublich großes Talent, er macht unglaublich Spaß", sagte Klinsmann in einer Medienrunde beim Trainingslager und ergänzte: "Egal, welcher Trainer in Zukunft mit ihm arbeiten wird, er wird seinen Spaß an ihm haben."

Den hatte der U21-Nationalspieler in Berlin nicht mehr. Bei der Hertha kommt Löwen auf sieben Einsätze. Zuletzt stand er gegen Mönchengladbach in der Startelf und zeigte eine gute Leistung.

Sein Blitz-Abflug hat auch mit einem Neuzugang zu tun. Mit dem giftigen Santiago Ascacibar ist der Konkurrenzkampf auf der Sechs noch einmal verschärft worden. Zudem sollen die Berliner mit Arsenals Granit Xhaka bereits Einigung erzielt haben.

In trockenen Tüchern ist der Transfer aber noch lange nicht. Trainer Mikael Arteta hatte zuletzt mehrfach betont, den Schweizer nicht abgeben zu wollen.

Hertha BSC an Mario Götze interessiert

Arne Maier kam in dieser Spielzeit erst auf zwei Bundesliga-Einsätze.
Arne Maier kam in dieser Spielzeit erst auf zwei Bundesliga-Einsätze.  © Daniel Karmann/dpa

Fakt ist: In Berlin denkt man groß. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen man junge entwicklungsfähige Spieler wie Mitchell Weiser, Niklas Stark oder Valentino Lazaro verpflichtete.

Fast täglich taucht ein neues Gerücht auf. So soll Hertha neben Xhaka auch Mario Götze, Julian Draxler oder Kevin Strootman auf der Liste haben. "Der qualitative Anspruch der Hertha muss sein, dass wir Spieler im Blick haben, die uns irgendwann auch international positionieren. Das ist eine klare Denkweise, obwohl wir im Abstiegskampf sind", sagte Klinsmann zum Trainingsstart.

Die Verpflichtung von Ascacibar soll nicht die letzte gewesen sein. Hertha ist nach wie vor auf der Suche nach Verstärkung. Das könnte die Chancen auf Einsatzzeiten bei den Berlinern Talenten wie Maximilian Mittelstädt, Jordan Torunarigha oder Arne Maier weiter verschlechtern.

Während Mittelstädt (13 Spiele) unter Klinsmann seinen Stammplatz an Plattenhardt wieder verloren hat, ist Torunarigha (zwei Spiele) nur Innenverteidiger Nummer vier. Hertha-Juwel Maier (zwei Spiele) hat in der Hinrunde verletzungsbedingt erst 20 Minuten gespielt.

Das soll sich in der Rückrunde ändern, wie der Coach bei Facebook Live verriet. "Ich bin mir sicher, dass Arne jetzt seine Einsätze bekommen wird. Er hatte aufgrund einer Verletzung zuletzt Nachholbedarf. Er ist bei uns auch fest eingeplant."

Mehr zum Thema Hertha BSC:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0