"Volle Pulle arbeiten": Klinsmann nach ersten Hertha-Punkt zufrieden

Berlin - Es hat nicht viel gefehlt und Hertha BSC hätte die ersten drei Punkte unter Jürgen Klinsmann geholt. Bis zur 86. Minute hatten die Berliner in Frankfurt noch geführt und gaben am Ende doch noch ein 2:0 aus der Hand.

Jürgen Klinsmann und Co-Trainer Alexander Nouri auf der Bank bei Eintracht Frankfurt.
Jürgen Klinsmann und Co-Trainer Alexander Nouri auf der Bank bei Eintracht Frankfurt.  © Uwe Anspach/dpa

"Letztendlich ist das 2:2 absolut in Ordnung. Für uns ist es ein großer Schritt nach vorne. Wenn man unten drin hängt, nimmt man jeden Punkt gerne mit", sah Klinsmann dennoch das Positive.

Der ehemalige Bundestrainer sah das erwartete Kampfspiel. Hertha hielt gegen druckvolle Frankfurter dagegen und zeigte sich vorne ungewohnt effizient. Dodi Lukebakio und Marko Grujic schossen die Berliner in Front.

Dass es nach fünf Niederlagen in Folge nicht für einen Dreier gereicht hat, lag auch an der Standardschwäche. Die Berliner kassierten haben mittlerweile schon zwölf Gegentore nach einem ruhenden Ball kassiert - Ligahöchstwert!

Dennoch könnte man meinen, dass das Spielglück etwas zurückgekommen ist. Nachdem gegen Leipzig ein klarer Elfmeter verweigert worden war und Selkes Treffer gegen Dortmund wegen einer minimalen Abseitsstellung zurückgenommen wurde, war der Videobeweis diesmal aufseiten der Herthaner.

Berlins Torschütze Marko Grujic (M) jubelt mit Mannschaftskollegen über das Tor zum 0:2.
Berlins Torschütze Marko Grujic (M) jubelt mit Mannschaftskollegen über das Tor zum 0:2.  © Uwe Anspach/dpa

Weil Kostic kurz vor dem Ausgleichstreffer Stark regelwidrig mit dem Arm bearbeitet hatte, wurde Kamadas Treffer nach einem Hinweis aus Köln wieder zurückgenommen.

"Bei zehn Entscheidungen sind mit Sicherheit sieben oder acht garantiert immer richtig, bei einer oder zwei werden wir immer diskutieren. Im Großen und Ganzen ist es ein richtiger Schritt", bleibt Klinsmann trotz der Debatten der letzten Monate weiter ein Befürworter des Videobeweis.

Drei Spiele (Freiburg, Leverkusen, Gladbach) haben die Berliner noch bis zur Winterpause vor der Brust. Der Plan ist klar: "Wir fahren mit hohem Tempo Richtung Weihnachten und haben dann hoffentlich ein paar Punkte mehr unterm Baum", sagte der Covic-Nachfolger vor dem Training am Samstag.

Den Auftritt in Frankfurt bewertete der 55-Jährige als "eine richtig gute Leistung der Mannschaft, richtig erfrischend mit Energie und Willenskraft". Es gehe nun in den nächsten Wochen darum, daran anzuknüpfen. "Jetzt kommt ein großes, großes Spiel gegen Freiburg nächste Woche." Hertha habe in Frankfurt "ein tolles Zeichen gesetzt. Wir werden weiter volle Pulle arbeiten."

Wichtig sei es, weiter die richtige Einstellung zu zeigen. Auch gegen Freiburg fordert der frühere US-Nationaltrainer Leidenschaft von seinen Profis. "Wenn du unten drin steckst, dann geht es nicht um Schönspielerei und Zauberfußball, sondern dann geht es darum, Punkte zu holen", sagte Klinsmann und ergänzte: "Wenn du auf Gegner triffst, die auch körperbetont spielen, dann müssen wir eine Reaktion zeigen. Die Spieler haben kapiert, dass wir austeilen müssen, wenn es darauf ankommt."

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