Dardais glückliches Händchen rettet Hertha einen Punkt

Berlin - Schon vor dem Spiel war sich Pal Dardai sicher, dass das Spiel gegen den FC Augsburg nicht 0:0 ausgehen würde. Seine Mannschaft würde treffen, so seine Vorahnung.

Vedad Ibisevic kann mit seiner Leistung zufrieden sein.
Vedad Ibisevic kann mit seiner Leistung zufrieden sein.  © DPA

83 Minuten sah es allerdings so aus, als würden die Gäste aus Augsburg als Sieger vom Platz gehen (TAG24 berichtete). Hertha gelang wenig bis gar nichts.

"Die ersten 80 Minuten waren enttäuschend. Wir hatten die letzten Spiele eine tolle Form. Das haben wir heute über weite Strecken nicht hinbekommen", erklärte Davie Selke nach dem Spiel.

Dass seine Mitspieler nach dem Spiel gemeinsam mit den Fans in der Ostkurve auf der blauen Tartanbahn feierte, lag an einer fulminanten Schlussphase. Innerhalb von drei Minuten hatten die Berliner einen 2:0 Rückstand aufgeholt. Dabei bewies Pal Dardai mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen. Sowohl sein Sohn Palko, als auch Vedad Ibisevic hatten am Punktgewinn maßgeblichen Anteil.

"Vedad (Ibisevic, Anm. d. Red.) hat nochmal Schwung reingebracht, genauso wie Palko (Dardai, Anm. d. Red.), der oft auf der Außenposition das Eins gegen Eins gesucht hat", sagte Niklas Stark. "Auch wenn Davie den Elfmeter rausgeholt hat, war Vedo heute wieder sehr wichtig."

Der Ex-Herthaner Christoph Janker hatte Davie Selke zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter verwandelte Ibisevic sicher zum 1:2. Drei Zeigerumdrehungen später war es der Kapitän, der einen Ball auf Selke weiterleitete. Der setzte sich erneut gegen Janker durch und traf frei vor Andreas Luthe zum kaum mehr für möglich gehaltenen Ausgleich.

Davie Selke trifft zum 2:2 Ausgleich.
Davie Selke trifft zum 2:2 Ausgleich.  © DPA

Die Gäste aus Augsburg erwiesen sich nämlich erneut als ein unbequemer Gegner. Nach zehn Minuten hatten die Fuggerstädter das Spielgeschehen unter Kontrolle. Hertha fand in der Offensive kaum noch statt und wirkte zunehmend verunsicherter. Fast folgerichtig gingen die Gäste dann auch nach einer guten halben Stunde in Führung. Vladimir Darida fälschte einen Schuss von Michael Gregoritsch als Bogenlampe unglücklich ab. "Wir haben in dieser Phase so schlecht gespielt, das kann ich nicht verstehen. Da muss man als Spieler eine ganz andere Körpersprache zeigen", sagte Pal Dardai.

Seine Mannschaft war um eine Antwort bemüht, kam aber in der ersten Halbzeit nur durch Peter Pekarik zu einer gefährlichen Aktion. Dessen Schuss konnte Gäste-Keeper Luthe noch aus dem Winkel kratzen.

Wie schon im Heimspiel gegen Köln, kam Hertha mit viel Power aus der Kabine. Das Tor erzielten allerdings die Gäste durch Sergio Cordova. "In der zweiten Halbzeit sind wir gut rausgekommen und haben dann gleich die kalte Dusche kassiert. Dann ist die Gefahr da, dass du dieses Spiel noch 4:0 verlierst."

Vor allem im Passspiel fehlte es den Berlinern an Präzision. Wirklich gefährlich vor das Tor der Augsburger kamen sie nicht. Die wenigsten der 40.935 Zuschauer hätten hier noch mit einem Comeback gerechnet. Dann kam es zur fulminanten Schlussphase, in der Ibisivec und Selke Hertha einen Punkt sicherte. Als dann auch noch Marcel Heller in die Rote Karte kassierte, lag sogar noch der Siegtreffer in der Luft. "Wenn das Spiel zehn Minuten länger geht, gewinnen wir. Wir waren psychologisch im Vorteil – das ist Fußball.", so Pal Dardai.

Mit nun 43 Punkten hat Hertha immer noch die Mini-Chance auf Platz sieben (Eintracht Frankfurt, 46 Punkte) und einer möglichen Qualifikation für die Europa League. Doch davon will Dardai ohnehin nichts wissen. "Wir haben nichts in der Hand. Die Berliner Medien sind Träumer, aber das müssen wir nicht auf die Mannschaft tragen."


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0