Irres Pokal-Spiel: Hertha verschenkt 2:0-Führung und fliegt raus

Gelsenkirchen/Berlin - Aus der Traum! Seit 35 Jahren wird das DFB-Pokal-Finale im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Bislang immer ohne die Profis von Hertha BSC - und dabei bleibt es auch (lediglich die Amateure schafften es 93 ins Finale). Im Achtelfinale scheiterten die Berliner in einem packendem Pokalspiel nach einer 2:0-Führung an dem FC Schalke 04 mit 2:3 (2:2/2:0) in der Verlängerung.

Pascal Köpke (r.) jubelt mit Vorlagengeber Marius Wolf über das 1:0.
Pascal Köpke (r.) jubelt mit Vorlagengeber Marius Wolf über das 1:0.

Pascal Köpke hatte Hertha in der Veltins-Arena in Führung gebracht (12. Minute). Neuzugang Krzysztof Piatek konnte noch vor der Pause erhöhen (39.). Daniel Caligiuri (76.) und Armine Harit (82.) brachten Schalke zurück ins Spiel. Benito Raman sorgte in der Verlängerung für die Entscheidung. Zudem flog Jordan Torunarigha mit Gelb-Rot vom Platz.

Nur vier Tage nach dem mauen 0:0 in Berlin schmiss Jürgen Klinsmann die Rotationsmaschine an. Herthas Coach setzte gegen die Schalker auf eine Dreierkette und tauschte seine Elf auf gleich fünf Positionen.

Wie erwartet durfte Winter-Neuzugang Krzysztof Piatek zum ersten Mal von Beginn an ran. Zudem standen Pascal Köpke, Arne Maier, Marvin Plattenhardt und Niklas Stark in der Startelf.

Marko Grujic, Lukas Klünter, Maximilian Mittelstädt, sowie Javairo Dilrosun und Dodi Lukebakio blieben zunächst nur auf der Bank.

Anders als noch in Berlin waren die Herthaner durchaus bemüht, nicht nur den Schalkern den Ball zu überlassen - und hatten prompt die erste Chance des Spiels. Marius Wolfs Hereingabe wurde noch entscheidend abgefälscht, sodass Nübel den Ball gerade noch über die Latte lenken konnten (10.).

Nur zwei Minuten später machte es Wolf besser. Die BVB-Leihgabe hatte auf der rechten Seite viel Platz. Seine scharfe Hereingabe fand Köpke, der nur noch den Fuß hinhalten musste - 1:0 (12.). Die frühe Führung für Hertha!

Schalke zeigte sich jedoch unbeeindruckt und kam beinah postwendend zum Ausgleich. Harit tauchte plötzlich frei vor Jarstein auf. Seinen Torschuss konnte Torunarigha gerade noch von der Linie kratzen. Da fehlten nur wenige Millimeter. Nur Sekunden später scheiterte Harit erneut - diesmal an Jarstein (14.)

Krzysztof Piotek trifft bei Startelf-Debüt

Krzysztof Piatek jubelt über seinen ersten Treffer für Hertha BSC.
Krzysztof Piatek jubelt über seinen ersten Treffer für Hertha BSC.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Gastgeber versuchten, den Druck zu erhöhen, während sich die Berliner hier nicht versteckten. Immer wieder suchten sie über den agilen Wolf den Weg nach vorne.

Nach 39 Minuten wurde es kurios. Während die Hausherren einen Handelfmeter forderten, ging es schnell. Köpke erlief einen langen Ball und bediente im Strafraum Piotek. Der Pole fackelte nicht lange und zog sofort ab. Nübel war zwar mit den Fingerspitzen noch dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern - 2:0 (39.).

Auch nach dem Seitenwechsel fand die Mannschaft von David Wagner kein Mittel gegen die Berliner Defensive. An Boyata und Co gab es weiterhin kein Vorbeikommen.

Stattdessen boten sich für die Gäste immer wieder Gelegenheiten zum Kontern. Piatek wurde im letzten Moment noch geblockt (57.). Auf der Gegenseite klärte Boyata in höchster Not vor dem heranstürmenden McKennie.

Hertha hatte die Schalker lange im Griff, ließ so gut wie nichts zu und doch war Schalke plötzlich wieder zurück im Spiel. Caligiuri setzte sich gegen den eingewechselten Mittelstädt durch und überwand Jarstein mit einem Flachschuss in die kurze Ecke. Nur noch 1:2 (76.).

Hertha BSC gibt 2:0-Führung aus der Hand

Herthas Marvin Plattenhardt (r) im Zweikampf mit Schalkes Alessandro Schöpf (l).
Herthas Marvin Plattenhardt (r) im Zweikampf mit Schalkes Alessandro Schöpf (l).  © Rolf Vennenbernd/dpa

Nur wenig später hatte Caligiuri das Auge für Harit. Aus neun Metern jagte der Marokkaner den Ball in die Maschen - 2:2 (82.). Innerhalb von sechs Minuten gab Hertha das Spiel komplett aus der Hand.

Die Gastgeber hatten nun Oberwasser und setzte platte Berliner in der Verlängerung schon früh unter Druck. Der Hauptstadt-Klub nahm im Spiel nach vorne kaum noch teil.

Dann wurde es richtig bitter. An der Außenlinie wurde Torunarigha von Mascarell hart angegangen. Der Abwehrspieler wurde von Schalke-Trainer Wagner noch leicht festgehalten und schmiss aus Frust einen Wasserkasten auf den Boden. Schiedsrichter Harm Osmers schickte ihn daraufhin mit Gelb-Rot vom Platz (101.). Eine sehr harte und kleinliche Linie. Die Berliner mussten die restlichen 20 Minuten mit zehn Mann zu Ende spielen.

Weil sich auch noch der Video-Keller aus Köln gemeldet hatte, sah Wagner für seinen Einsatz zusätzlich noch die Rote Karte. In der Folge wurde die ansonsten faire Partie immer ruppiger.

Ein Eckball hätte die Herthaner schließlich beinah wieder in Führung gebracht. Dilrosuns brachte den Ball mit dem Oberschenkel in Richtung Tor, wo Piatek nur um Zentimeter verpasste. Diesmal kratzte Mascarell den Ball von der Linie (109.).

Wieder wurde es nach einem Eckball der Herthaner brandgefährlich. Raman war nach dem abgewehrten Eckstoß plötzlich auf und davon, enteilte Niklas Stark und überwand Jarstein schließlich per Tunnel zum 3:2 (115.).

Schalke hatte das Spiel nun komplett gedreht. Doch vor allem der Platzverweis dürfte noch für Diskussionen sorgen.

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