Abgeordnetenhaus: "Hertha-Stadion auf Olympia-Gelände nicht zu realisieren!"

Berlin - Der vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC geplante Neubau eines Stadions neben dem Berliner Olympiastadion steht auf der Kippe. Eine Genossenschaft, die auf dem Areal 24 Wohnungen besitzt, teilte der Hertha nun mit, dass sie nicht mehr über einen Verkauf der Immobilie an den Verein verhandeln wolle.

Hertha-Fans in der Ostkurve.
Hertha-Fans in der Ostkurve.  © DPA

Stattdessen werde man jetzt in die Modernisierung der Immobilie investieren, heißt es in dem Schreiben, dass der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über das am Dienstag zuerst der RBB berichtet hatte.

Um das neue Stadion bauen zu können, müssten die fraglichen Wohnungen nach den bisherigen Plänen der Hertha weichen.

Die Abgeordnetenhausfraktionen der rot-rot-grünen Koalition gehen davon aus, dass die neue Arena am bisher geplanten Standort nun vom Tisch ist.

"Die Regierungskoalition hat stets deutlich gemacht, dass für den Neubau eines Hertha-Stadions im Olympiagelände eine Lösung für die knapp 100 Bewohnerinnen und Bewohner auf dem dafür benötigten Grundstück zentrale Bedingung ist", heißt es einer gemeinsamen Erklärung.

"Nachdem die Genossenschaft nunmehr erklärt hat, dass sie das Grundstück und die Häuser nicht verkaufen wird, ist ein Hertha-Stadion im Olympiagelände nicht zu realisieren."

Der Bundesligist will bis 2025 direkt neben seiner heutigen Spielstätte ein neues Stadion für 55.000 Zuschauer als reine Fußballarena bauen. Das in Frage kommende Grundstück gehört größtenteils dem Land Berlin, eine Verpachtung müsste das Abgeordnetenhaus genehmigen.

Im Hinblick auf die Wohnungen hatte Hertha zwar die Bereitschaft signalisiert, an anderer Stelle in der Nähe Ersatz für die Bewohner zu schaffen. Allerdings gilt das in Aussicht genommene Gelände als Grünfläche, auf der gar nicht gebaut werden darf. Auch diverse andere Fragen rund um das Stadionprojekt sind noch ungeklärt.

Der Stadion-Neubau gilt seit Jahren als einer der fragilsten Themen im Hertha-Kosmos.
Der Stadion-Neubau gilt seit Jahren als einer der fragilsten Themen im Hertha-Kosmos.  © DPA

Hertha BSC sieht nach der Verkaufs-Absage der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG die Pläne für einen Stadionneubau noch längst nicht gescheitert.

Es bleibe der ausdrückliche Wunsch, "diese Arena in Berlin zu bauen, idealerweise im Olympiapark", betonte der Fußball-Bundesligist am Dienstag.

Man sei sich immer der Verkaufsfrist des Wohnungs-Eigentümers bis zum 30. März 2019 bewusst gewesen.

"Hertha BSC hat deshalb dem Land Berlin in den vergangenen 18 Monaten Ersatzstandorte für die Wohnanlage vorgeschlagen. Deren Erwerb hätte aufgrund der begrenzt verfügbaren Flächen im nahen Umfeld der Zustimmung des Landes Berlin bedurft", erklärte der Verein.

Es geht um 24 Wohnungen im Olympiapark, für die bei einem Neubau eine Lösung gefunden werden muss. Die Genossenschaft hatte Hertha nun mitgeteilt, nicht mehr über einen Verkauf der Immobilie verhandeln zu wollen. "Trotz intensiver Bemühungen und entgegen öffentlicher, positiver Bekundungen seitens des Senats, unser Projekt und damit den Standort Berlin für Hertha BSC zu unterstützen, sind entsprechende Entscheidungen der Politik bislang leider ausgeblieben", so Hertha.

Obwohl die Abgeordnetenhausfraktionen der rot-rot-grünen Koalition erklärte, dass ein Hertha-Stadion im Olympiagelände nicht mehr zu realisieren sei, will Hertha weiter um das Projekt kämpfen und verhandeln.

Bis 2025 will der Fußball-Erstligist mit einer privaten Finanzierung eine 55.000 Zuschauer fassende reine Fußballarena bauen lassen. Das dafür vorgesehene Grundstück gehört größtenteils dem Land Berlin, eine Verpachtung müsste das Abgeordnetenhaus genehmigen.

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