Covic unter Druck: Darum steckt Hertha in der Krise

Berlin - Neuer Investor, neuer Trainer, 30 Millionen in die Mannschaft investiert - von der Aufbruchstimmung ist bei Hertha BSC nichts mehr übrig. Die Berliner sind in der Realität angekommen und die heißt Platz 18. Nach vier Spieltagen steckt die Alte Dame in der Krise.

Ante Covic wartet nach vier Spieltagen noch immer auf einen Sieg.
Ante Covic wartet nach vier Spieltagen noch immer auf einen Sieg.  © Thomas Frey/dpa

In Mainz zeigte Hertha zwar einen ganz anderen Auftritt als noch bei der 0:3-Pleite auf Schalke, doch am Ende stehen die Blau-Weißen erneut ohne Punkte da.

Durch die erneute Niederlage - der dritten in Folge - ist der schlechteste Start seit 29 Jahren perfekt. Mit nur einem Punkt rutschte Hertha ans Tabellenende. So schlecht waren die Berliner zuletzt 1990/91 gestartet. Davor war es 1979/80. In beiden Spielzeiten stand am Ende der Abstieg.

"Wir verkennen nicht die Situation, aber es ist genügend Zeit und es bleiben genügend Spiele, um die Negativ-Dynamik umzukehren", sagte Manager Michael Preetz dem "Kicker". "In Mainz haben wir stabiler gespielt als zuletzt. Jetzt geht es darum, dass sich die Mannschaft für den Aufwand, den sie betreibt, belohnt und punktet."

Nur ein Team ist mit 12 Gegentoren und ebenfalls nur einem Zähler ähnlich schlecht gestartet: der kommende Gegner SC Paderborn. Gegen den Aufsteiger muss nun ein Sieg her. Dafür müssen die Berliner aber ihre Defensivprobleme in den Griff bekommen.

Dedryck Boyata zeigte bei seinem Debüt eine starke Leistung.
Dedryck Boyata zeigte bei seinem Debüt eine starke Leistung.  © Thomas Frey/dpa

Bei den bis dato noch sieglosen Mainzern tauschte Ante Covic auf gleich fünf Positionen. Mit der Dreierkette um Dedryck Boyata, Jordan Torunarigha und Niklas Stark stand die Defensive deutlich stabiler als zuletzt. Zehn Gegentore sind aber eindeutig zu viel. In der vergangenen Spielzeit waren es zum gleichen Zeitpunkt erst vier.

Wenn dann auch noch die Effektivität vor dem Tor ausbleibt, wird es schwer. Gegen Mainz wurden zum Teil beste Torchancen leichtfertig vergeben. Vor allem eine Szene aus der 21. Minute, als Davie Selke und Dodi Lukebakio eine 2:1-Überzahlsituation nicht nutzen konnten, dürfte den Fans in Erinnerung bleiben.

"Eins ist klar: Ich muss den Ball reinmachen", erklärte Davie Selke, der erstmals in dieser Saison den Vorzug vor Kapitän Vedad Ibisevic erhalten hatte, bei Sky. Wenige Minuten zuvor scheiterte der Stürmer am Außenpfosten.

Den Berlinern fehlt momentan einfach das Matchglück. Wie schon auf Schalke hätte Hertha in Führung gehen können, stattdessen mussten sie erneut einen Rückstand hinterherlaufen. So ist es fast schon bezeichnend, dass ausgerechnet St. Juste für den endgültigen K.O sorgte. Der Verteidiger hätte nach seiner Ringer-Einlage gegen Davie Selke durchaus die Rote Karte sehen können. Schiedsrichter Marco Fritz zeigte ihm nach Ansicht der Bilder aber nur Gelb.

In seiner ersten Saison als Bundesligatrainer ist Dardai-Nachfolger Ante Covic schon jetzt als Krisen-Manager gefragt und steht vor einer schwierigen Aufgabe. Während die Defensive mehr Stabilität braucht, benötigt die Offensive mehr Effektivität. Sein Team konnte erst drei magere Tore erzielen.

Die Spieler brauchen offenbar noch Zeit das neue Spielsystem zu verwirklichen. Gegen Mainz sah das vor allem in der 2. Halbzeit schon sehr ordentlich aus, doch Fußball ist am Ende ein Ergebnissport. Gelingt gegen Paderborn kein Sieg, könnte es in Berlin richtig ungemütlich werden.

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