Denkzettel für Lazaro: Hertha kann auch gegen Hannover nicht gewinnen

Berlin - Es war keine leichte Woche für Herthaner - weder für die Fans, noch für die Spieler. Am Dienstag gab Hertha BSC die Trennung von Pal Dardai zum Saisonende bekannt. Nach über vier Jahren brauchen die Berliner einen neuen Trainer.

Karim Rekik im Duell mit Hendrik Weydandt.
Karim Rekik im Duell mit Hendrik Weydandt.  © DPA

Schon vor dem Anpfiff hallte es für Herthas Rekordspieler Sprechchöre aus der Ostkurve. Auch nach dem Spiel wurde der langjährige Coach von den Fans entsprechend gefeiert - trotz eines enttäuschenden Ergebnisses.

Nach zuletzt fünf Niederlage in Folge wollte Hertha die Trendwende einleiten. Das ist nur bedingt gelungen. Gegen Schlusslicht Hannover blieben die Berliner zwar nach langer Zeit mal wieder ohne Gegentor, konnten aber auch keins erzielen.

Nach einer ordentlichen Anfangsphase sahen die knapp 39.000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion, warum sowohl Hertha als auch die Gäste aus Niedersachsen die derzeit formschwächsten Teams der Liga sind. Der Gastgeber hatte zwar mehr Spielanteile, tat sich aber gegen tief stehende Hannoveraner schwer.

"Wir wollten unbedingt gewinnen. Das hat nicht geklappt. Die Chancen waren da", sagte Vedad Ibisevic, der nach seiner Vier-Spiele-Sperre wieder in der Sturmspitze spielen konnte. "Es hat heute das Glück gefehlt."

Allein Salomon Kalou hätte gegen seinen Lieblingsgegner zwei Tore erzielen können. Gegen keinen Gegner traf der Ivorer öfter (sechs). Am Ostersonntag sollte es aber einfach nicht sein. In der Schlussphase scheiterte er erst an Essers Fingerspitzen und dann an der Präzision, als er den Ball mit der letzten Chance des Spiels knapp neben das Tor setzte.

Niklas Stark muss vom Platz gebracht werden.
Niklas Stark muss vom Platz gebracht werden.

"Die Laufbereitschaft, der Kampfgeist und der Wille war da. Wir haben bis zum Schluss auf Sieg gespielt", sagte Pal Dardai auf der Pressekonferenz. "Die letzte Stufe hat gefehlt. Wenn der Ball ins Netz ins reingeht, dann gewinnst du das Spiel 1:0 und die Blockade ist weg."

Hertha begann druckvoll, hatten durch Klünter, Leckie und Grujic schon in der Anfangsphase die ersten guten Gelegenheiten, doch mit zunehmender Spieldauer verflachte die Partie. 96 beschränkte sich aufs Verteidigen und kam hin und wieder gefährlich vor das gegnerische Tor. Rune Jarstein verhinderte kurz vor und nach der Pause den Rückstand.

Der Norweger war es auch, der den schönsten Angriff einleitete. Sein weiter Abschlag landete bei Ibisevic. Mit der Hacke ließ Herthas Kapitän Sorg stehen und bediente im Strafraum Duda. Der Spielmacher konnte das Zuspiel aber nicht veredeln und setzte den Ball knapp über den Kasten.

Es passte zum Spiel, als die Hausherren zehn Minuten vor dem Ende, die nächste gute Gelegenheit leichtfertig vergab. Ibisevic steckte auf Kalou durch. Der Ivorer legte den Ball an Esser vorbei und legte noch einmal zurück auf Selke. Der konnte das Spielgerät aber nicht mehr richtig kontrollieren, sodass Duda am Ende geblockt wurde. Da war mehr drin.

Bei Hertha stand Valentino Lazaro überraschend nicht im Kader. Der Dauerbrenner wurde gegen Hoffenheim erstmals in dieser Saison nach 63 Minuten ausgewechselt. Eine "Denkpause", wie Dardai erklärte. "Zu viele kleine Fehler. Ich musste da ein bisschen eingreifen."

Die Herthaner hatten zuletzt einiges an Verletzungspech zu verkraften. Pünktlich vor dem Krisen-Duell hatte sich die Personallage wieder entspannt und doch muss Hertha nächste Woche in Frankfurt wieder zwei wichtige Spieler ersetzen. Marko Grujic und Niklas Stark sahen beide ihre fünfte gelbe Karte. Letzterer droht mit einer Verletzung am Sprunggelenk gar länger auszufallen.

Update, 9.30 Uhr

Wie die Berliner am Montag mitteilen, ist die Saison für den Innenverteidiger gelaufen. Der 24-Jährige erlitt einen Knöchelanbruch, dazu sind auch das Außen- und Syndesmoseband angerissen.

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