Nach Klinsmann-Abrechnung: Preetz spricht von "widerlichen Angriffen"

Berlin - Hertha BSC verliert nach einer erschreckenden Leistung 0:5 gegen den 1. FC Köln, muss unbedingt punkten, doch das beherrschende Thema in Berlin ist wieder einmal mehr Jürgen Klinsmann. Zwei Wochen nach seinem überraschenden Rücktritt hat sich der ehemalige Bundestrainer mit einem ausführlichen Protokoll zu Wort gemeldet.

Michael Preetz hat sich zu dem Protokoll von Jürgen Klinsmann geäußert.
Michael Preetz hat sich zu dem Protokoll von Jürgen Klinsmann geäußert.  © Andreas Gora/dpa

Auf 22 Seiten rechnet der Kurzzeit-Coach mit Hertha BSC ab. Im Blickpunkt seiner Kritik steht wieder einmal Michael Preetz.

So werden dem Geschäftsführer Sport zum Beispiel "katastrophale Versäumnisse" in allen Bereichen, die mit Leistungssport zu tun haben, unterstellt. Eine "Lügenkultur" soll auch das Vertrauensverhältnis der Spieler zu Preetz zerstört haben.

Die Empfehlung Klinsmanns: "Die Geschäftsleistung müsse sofort komplett ausgetauscht werden."

Nachdem sich bereits Präsident Werner Gegenbauer an die Mitglieder gewendet hat, hat sich nun auch Michael Preetz auf der Pressekonferenz zu den Vorwürfen geäußert.

"Es ist in der Tat so, dass man den Eindruck bekommt, dass wir bei Hertha BSC in dieser wichtigen sportlichen Phase nicht wirklich zur Ruhe kommen. Wir haben heute die Anschuldigungen und Vorwürfe unseres ehemaligen Trainers mit großer Betroffenheit zur Kenntnis genommen", so der Manager, der besonders stark kritisiert wurde. "Ich halte das aus. Ich bin stabil."

Eines wolle er aber ganz deutlich zum Ausdruck bringen: "Die gleichermaßen widerlichen und unverschämten Angriffe auf die Mitarbeiter unserer Medienabteilung und die Mitarbeiter unserer medizinischen Abteilung weise ich wirklich aufs Schärfste zurück. Das ist einfach nur perfide. Das sind alles Menschen, die rund um die Uhr für den Verein arbeiten."

Hertha BSC steht bei Fortuna Düsseldorf unter Druck

Jürgen Klinsmann trat nach 76 Tagen als Hertha-Trainer zurück.
Jürgen Klinsmann trat nach 76 Tagen als Hertha-Trainer zurück.  © Britta Pedersen/dpa

Ob es ein Putschversuch gewesen sei, könne Preetz nicht einordnen. "Wenn dann kann man feststellen, dass es nicht funktioniert hat."

Bei dem brisanten Papier soll es sich um ein internes Dokument handeln, welches an Investor Lars Windhorst gerichtet war. Inwiefern es tatsächlich wie behauptet geleakt oder der Sport Bild, die das Protokoll in verkürzter Fassung am Mittwoch veröffentlicht hatte, zugespielt worden war, ist noch unklar.

Klar ist: Der erneute Wirbel kommt für die krisengeschüttelten Berliner zur Unzeit. Nach dem Debakel gegen Köln steht der Hauptstadt-Klub mit dem Rücken zur Wand. Eine weitere Niederlage kann sich Klinsmann-Nachfolger Alexander Nouri, der von dem Schriftstück "genauso überrascht, wie alle anderen auch war", eigentlich nicht erlauben.

Ausgerechnet vor dem so wichtigen Keller-Duell bei Fortuna Düsseldorf ist das Chaos in der Hauptstadt zurück. Verliert Hertha bei der Fortuna, beträgt der Abstand zum Relegationsplatz nur noch drei Punkte. "Wir hatten vor dem Paderborn-Spiel eine ähnliche Situation. Die Reaktion der Mannschaft auf dem Platz war genau richtig", so Nouri. "Wir hoffen, dass wir auch am Freitag diese Geschlossenheit und den Spirit zeigen."

Die Marschrichtung ist klar: "Wir wollen das Spiel gewinnen und so gehen wir auch rein."

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