"Die Frau hat das Ok gegeben": Klinsmann bereit für Hertha BSC

Berlin - Alles neu bei Hertha BSC? Der Bundesligist hat auf die sportliche Talfahrt der letzten Wochen reagiert und Ante Covic durch einen neuen Trainer ersetzt. Jürgen Klinsmann soll die auf Platz 15 abgestürzten Berliner aus der Krise führen.

Jürgen Klinsmann ist der neue Trainer bei Hertha BSC.
Jürgen Klinsmann ist der neue Trainer bei Hertha BSC.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Für seine Mission hat der ehemalige Bundestrainer prominente Unterstützung mitgebracht. Neben Ex-Werder-Coach Alexander Nouri und Markus Feldhoff gehören auch zwei ehemalige Akteure aus dem Sommermärchen zum Stab.

Andreas Köpke löst Zsolt Petry als Torwarttrainer ab. Zudem wird Ex-Nationalspieler Arne Friedrich Teammanager.

"Wir hätten uns einen anderen Saisonverlauf gewünscht", sagte Michael Preetz auf der kurzfristigen Pressekonferenz am Mittwoch. Nach den Ereignissen in Augsburg hätten die Verantwortlich handeln müssen.

Nun soll Jürgen Klinsmann den Hauptstadt-Klub wieder aus dem Keller führen. "Wir haben einen Mann mit enormer Stahlkraft verpflichtet", so der Manager, der die Mannschaft in die Pflicht nahm. "Die Mannschaft ist gefordert. Wir müssen uns deutlich steigern."

"Es ist ein schönes Gefühl und eine Ehre, mithelfen zu dürfen", sagte Klinsmann bei seiner Vorstellung. "Es ist keine einfache Aufgabe. Aber wenn ich so was übernehme, mache ich das nicht halb, sondern hundertprozentig. Selbst wenn alles über Nacht passiert, bin ich vorbereitet". Es werde kein leichter Weg, aber das wäre ja auch langweilig.

Klinsmann will bei Hertha-Figuren keine Buddha-Figuren installieren

Jürgen Klinsmann und Michael Preetz bei der Vorstellung.
Jürgen Klinsmann und Michael Preetz bei der Vorstellung.  © Britta Pedersen/dpa

Etwas über zehn Jahre nach seinem Aus bei Bayern München kehrt der 55-Jährige wieder auf die große Fußballbühne zurück.

Damit hat auch der ehemalige Topstürmer nicht gerechnet. "Als ich vor kurzem zum Leipzig-Spiel da war und heim geflogen bin, dachte ich nicht, dass ich gleich wieder da bin."

Nach der Pleite in Augsburg haben Manager Preetz und Klinsmann den Kontakt intensiviert. Der ehemalige Bundestrainer, der seinen Wohnsitz in Kalifornien hat, setzte sich ins Flugzeug mit dem Ziel Berlin. Am Dienstag fiel schließlich die Entscheidung Hertha zu übernehmen. "Der Rückflug ist erstmal bis auf Weiteres ausgesetzt", so Klinsmann. "Die Frau hat das Ok gegeben."

Offensiven und begeisternden Fußball dürfen die Hertha-Fans angesichts der Tabellenlage erstmal nicht erwarten. Sein erster Gegner als Hertha-Coach ist ohnehin gleich ein Schwergewicht: Am Samstag empfangen die Blau-Weißen Borussia Dortmund.

"Das wird nicht einfach, es ist ja gleich ein Brocken im Olympiastadion. Das Allerwichtigste ist, so schnell wie möglich nach oben zu klettern. Wenn man hoffentlich mal im gesicherten Mittelfeld ist, geht es wieder darum, nach oben zu blicken." Zunächst einmal steht aber etwas anderes im Vordergrung: "Wir brauchen jetzt dringend Punkte."

Angesprochen auf die legendären Buddha-Figuren, die bei seinem Engagement bei Bayern München auf dem Vereinsgelände installiert wurden, räumte der Coach mit einem Mythos auf. "Die haben mit mir nie etwas zu tun gehabt. Ich habe die nicht installiert." Bei Hertha werden jedenfalls keine in naher Zukunft zu sehen sein. "Ich habe in meinem Koffer, der nicht so groß ist, keine Mitbringsel dabei, die ich installieren möchte."

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