"So ist der Fußball": Hertha-Frust nach Absturz auf Platz 18

Berlin - Vier Spiele, drei Niederlagen, erst drei Tore erzielt, aber schon zehn kassiert: Hertha BSC rutscht in der noch jungen Saison in die Krise. Gegen die bis dato noch sieglosen Mainzer kassierten die Berliner die dritte Pleite nacheinander. Mit nur einem Punkt auf dem Konto und Tabellenplatz 18 ist der Fehlstart perfekt.

Hertha-Coach Ante Covic wartet noch immer auf den ersten Sieg in der Bundesliga.
Hertha-Coach Ante Covic wartet noch immer auf den ersten Sieg in der Bundesliga.  © Thomas Frey/dpa

"Manchmal ist Sport schwer zu erklären. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass wir ein anderes Gesicht, als auf Schalke gezeigt haben", erklärte Hertha-Coach Ante Covic nach der erneuten Niederlage.

Seine Mannschaft konnte sich vor allem im zweiten Abschnitt etliche Chancen erarbeiten, steht am Ende aber mit leeren Händen da. Das Problem: Hertha ist die Effektivität abhandengekommen.

Der Tabellenletzte aus Mainz war zwar in der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft, die besten Chancen hatten aber die Berliner. Erst scheiterte Davie Selke am Außenpfosten, dann konnte der Stürmer eine 2:1-Überzahlsituation nicht nutzen.

"Trotz weniger Ballbesitz, hatten wir die ersten zwei Möglichkeiten. Da muss es 0:1 stehen und da weiß jeder, was hier im Stadion ist", haderte Covic mit der Ausbeute.

Vor allem eine Szene aus der 21. Minute dürfte den Fans in Erinnerung bleiben. Selke hatte erst stark den Ball erobert, legte dann quer zu Lukebakio. Herthas Rekord-Einkauf wiederum bediente erneut seinen Sturmpartner. Der Abschluss von Selke war aber zu schwach, sodass Zentner den Flachschuss parieren konnte.

"Eins ist klar: Ich muss den Ball reinmachen. Das wäre wichtig gewesen", sagte Selke bei Sky. "Ich bin acht Meter vor dem Tor und treffe den Ball nicht richtig."

Ondrej Duda scheitert nach einem feinen Sololauf an Robin Zentner.
Ondrej Duda scheitert nach einem feinen Sololauf an Robin Zentner.  © Thomas Frey/dpa

Wer weiß welchen Spielverlauf die Partie genommen hätte, wenn Hertha in Führung gegangen wäre. Stattdessen musste der Hauptstadt-Klub noch vor der Pause den Rückstand durch Quaison (40. Minute) hinnehmen. Einmal sah die Abwehr nicht gut aus und schon hatte es geklingelt.

Nach dem Seitenwechsel spielten fast nur noch die Blau-Weißen. Eine Chance jagte die nächste. Die Alte Dame war nun drauf und dran den Ausgleich zu erzielen und verzweifelte am glänzend aufgelegten Robin Zentner. Der Keeper vereitelte erst gegen Grujic die nächste 100-Prozentige, dann fischte er einen Freistoß von Duda gerade noch aus dem Eck.

Erst sieben Minuten vor dem Ende war der Mainzer Schlussmann bei einem Kopfball von Marko Grujic machtlos. Hertha hatte den hochverdienten Ausgleich geschafft und gab das Unentschieden doch noch aus der Hand.

"Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft, obwohl wir 0:1 zurückgelegen haben. Nach unserem 1:1 hätten wir hier zumindest den einen Punkt mitnehmen müssen, der wäre ganz wichtig gewesen, um in die nächsten Wochen zu gehen", so Selke weiter. "So ist der Fußball, dann kommt ein Standard und jetzt stehen wir mit null Punkten dar."

Es passt zu Herthas Situation, dass ausgerechnet St. Juste das letzte Wort hatte. Der Verteidiger stieg bei einer Ecke in der Schlussphase am höchsten und nickte zum 2:1-Endstand ein. Dabei hätte der 22-Jährige nach einer Ringer-Einlage gegen Davie Selke durchaus vom Platz fliegen können. Nach Ansicht der Bilder zeigte ihm Schiedsrichter Marco Fritz für seinen Griff an den Hals aber nur die Gelbe Karte. "Ich glaube die Mainzer können sich hier nicht beschweren, wenn sie hier Rot sehen."

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