Kalou spricht Klartext: Umbruch bei Hertha am Saisonende?

Berlin - Sechs Spiele nicht gewonnen, davon fünf Niederlagen in Serie, nur ein Tor in den jüngsten vier Partien: Die Bilanz liest sich wie ein Absteiger. Mit dem Gang in die Zweitklassigkeit wird Hertha BSC zwar nichts zu tun haben, doch am Ende werden die Berliner wohl wieder nur im gesicherten Mittelfeld landen.

Salomon Kalou beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf.
Salomon Kalou beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf.  © DPA

Nach der Niederlagen-Serie und dem 0:0 gegen Hannover will Hertha den blamablen Absturz unbedingt stoppen.

"Es ist wichtig, ein Tor zu erzielen als Dosenöffner", sagte Trainer Pal Dardai vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Tabellenvierten Eintracht Frankfurt. Hertha hatte in der Hinrunde mit den Hessen noch um einen Europacup-Startplatz gekämpft, steht jetzt aber mit 17 Punkten Abstand nur noch auf Rang elf. Der Abwärtstrend soll unbedingt noch vor dem Saisonende gestoppt werden.

Der ehemalige Champions-League-Sieger Salomon Kalou appellierte an seine Mitspieler, sich in den letzten vier Saisonspielen noch einmal zusammenzureißen. "Es ist schwierig, aber jedem muss auch klar sein, dass es für jeden besser ist, vernünftig aus der Saison zu gehen", betonte der Routinier im "Kicker". Der Manager werde bestimmt genau hingucken: "Auch deshalb müssen wir zeigen, dass wir nicht aufgegeben haben. Und wir wollen Pal einen guten Abschied schenken. Den hat er verdient", sagte Kalou: "Er hat einen großartigen Job gemacht."

Grund für die enttäuschende Rückrunde sei nicht fehlende Qualität, unterstrich der 33 Jahre alte Kalou. "Was wir aus der Saison mitnehmen sollten, ist, dass es im Fußball nicht nur um Talent geht. Talent ist wichtig, aber erst die richtige Mentalität bringt dich auf ein Topniveau", ergänzte der Profi von der Elfenbeinküste.

Michael Preetz sprach über die Kaderplanung der neuen Saison.
Michael Preetz sprach über die Kaderplanung der neuen Saison.  © DPA

"Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass die Jungs nicht wollten. Das Tor ist einfach nicht gefallen wie zuletzt gegen Hannover", meint Manager Michael Preetz. "Es gibt keine andere Lösung, als sich da herauszuarbeiten."

Der Ungar Dardai, der nach dem erneuten Leistungseinbruch in der Rückrunde seinen Platz als Chefcoach nach der Saison räumen muss, sieht trotz der jüngsten Negativserie und neuer personeller Probleme durchaus eine Chance: "Mit Mut und Selbstvertrauen kann es funktionieren."

Dardai muss in Frankfurt erneut auf zwei wichtige Stammspieler verzichten. Der designierte Nationalspieler Niklas Stark fällt mit einer Sprunggelenk-Verletzung für den Rest der Saison aus. Leihspieler Marko Grujic fehlt gelb-gesperrt. Mit im Mannschaftsbus wird dann Jordan Torunarigha sein, der nach einer Knöchelverletzung erst wieder kurz im Training ist.

Manager Preetz arbeitet schon "auf Hochtouren" an den Planungen für die kommende Saison. Bei Fragen zum neuen Trainer hält er sich noch bedeckt. Was die Mannschaft betrifft, zeigte der Manager am Donnerstag bereits den Kurs auf: "Es wird unser Bestreben sein, dass die Mannschaft wieder im Kern zusammenbleibt und wir sie idealerweise punktuell ergänzen." Es soll also keinen radikalen Umbruch nach dem Abschied von Dardai geben.

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