Debakel in Leipzig: Dardai knöpft sich Herthaner vor und sorgt für Lacher

Berlin - Beim Auslaufen am Tag nach dem Debakel in Leipzig, musste die Mannschaft von Hertha BSC ohne ihren Cheftrainer auskommen. Pal Dardai war der Einladung von Jörg Wontorra zum Fußball-Talk nach München gefolgt.

Davie Selke kann es nicht fassen. Pal Dardai ist nach der deutlichen Niederlage bedient.
Davie Selke kann es nicht fassen. Pal Dardai ist nach der deutlichen Niederlage bedient.  © DPA

"Das ist besser für die Ruhe. Wenn ich da gewesen wäre, wer weiß, was passiert wäre. Ein bisschen Abstand ist besser", bemerkte der Trainer dazu.

Sein Team habe sich in Leipzig nicht an den vereinbarten Matchplan gehalten.

Dazu seien die ersten Gegentore "einfach geschenkt" gewesen, sagte Dardai: "Sie waren besser und stärker, wir hatten keine Chance. Es war ein schwarzer Tag."

Mit ihm als Chefcoach hatte der Berliner Fußball-Bundesligist am 3. April 2016 bei Borussia Mönchengladbach bereits ebenfalls mit 0:5 verloren.

Nach der aktuell höchsten Niederlage unter seiner Regie als Cheftrainer kündigte Dardai intensive Gespräche mit seinen Profis an. Zwar verkündete Widmayer in Berlin: "Ich sehe es überhaupt nicht so, dass die Mannschaft nicht möchte."

Doch Dardai hob im Pay-TV-Sender Sky die Schonung für seine Spieler auf: "Es gibt Zeichen, über die man mit der Mannschaft reden muss", sagte der Ungar.

Hertha BSC musste gegen RB Leipzig fünf Gegentreffer einstecken.
Hertha BSC musste gegen RB Leipzig fünf Gegentreffer einstecken.

Es werde vor der neuen Trainingswoche mit jedem Einzelnen "einen schönen, ehrlichen Dialog" geben.

Der Tabellenzehnte ist nun endgültig im grauen Mittelfeld angekommen. Das Thema Europacup ist abgehakt. "Mathematisch haben wir die Chance, aber das ist nicht realistisch. Warum soll ich Mist erzählen?", bemerkte Dardai.

"Die letzten 15 Minuten sind wir etwas vom Gas gegangen", bemerkte Leipzigs Coach Ralf Rangnick mit Verweis auf das Pokalspiel am Dienstag beim FC Augsburg. "Es war nett von ihm, es hätte auch ein 8:0 sein können", sagte Dardai Richtung Rangnick. In der Rückrunde war es bereits die fünfte Berliner Niederlage im zehnten Spiel.

Mit 35 Zählern und der fünften Niederlage in zehnten Rückrundenspiel steht Hertha "im Niemandsland", wie Dardai feststellte. Das scheint wie schon in den Rückrunden der vergangenen Spielzeiten die Motivation zu bremsen.

"Die letzte Spannung war nicht da, habe ich schon in der Kabine gespürt. Vielleicht war es eine gute kalte Dusche. Man muss es positiv ausnutzen", erklärte Dardai. "Es geht darum, sich immer wieder in der Bundesliga zu präsentieren", ergänzte Assistent Widmayer: "Wenn es so extrem ist, das tut richtig weh. Aber die Jungs sind einsichtig."

Angesprochen auf die Stadion-Problematik sorgte der Coach für einen Lacher. Hertha will bekanntlich raus aus dem Olympiastadion. Ab 2025 wollen die Herthaner im eigenen Stadion spielen. "Bei uns ist eine komische Atmosphäre, die richtige fängt erst bei 55.000 Zuschauern an", so der Coach und ergänzt: "Bei 35.000 hörst du die Leute, wie sie ihre Bratwurst essen."

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