Hertha in der Krise: Darum ist Pal Dardai noch der Richtige!

Berlin - Hertha BSC steckt in der größten Krise unter Pal Dardai. Nach den blamablen 0:5 in Leipzig, blieb die geforderte Redaktion aus. Die Herthaner verloren auch gegen Düsseldorf. Gegen Hoffenheim droht nun die fünfte Niederlage in Folge.

Maximilian Mittelstädt sitzt auf dem Boden. Die Kritik an Pal Dardai wird lauter. (Bildmontage)
Maximilian Mittelstädt sitzt auf dem Boden. Die Kritik an Pal Dardai wird lauter. (Bildmontage)  © DPA

Der Druck auf Dardai wächst. Der nach Freiburgs Christian Streich dienstälteste Trainer der Bundesliga steht in der Kritik. Auch durch seine eigenen Aussagen, ist eine Debatte um den Coach entbrannt.

"Wenn die Spieler der Meinung sind, dass Dardai oder die Trainingsmethoden die Entwicklung blockieren, dann sollen sie zum Manager gehen und das sagen. Es geht nicht um Pal Dardai, sondern um Hertha BSC", sagte der 43-Jährige am Sonntag und holte zu einer Medienschelte aus. Die Erwartungshaltung rund um den Club sei zu hoch. "Das kommt von außen, die Champions League, die Europa League - das ist nicht fair. Das ist sogenannter geplanter Mord."

Wie schon in den letzten Jahren droht auf eine gute Hinrunde, eine weniger gute Rückrunde zu folgen. Holte Hertha in der Hinserie noch 1,41 Punkte im Schnitt, liegt der Schnitt im neuen Jahr bei nur einem Zähler. Seitdem Pal Dardai an der Seitenlinie steht, konnten die Berliner in der Rückrunde noch nie mehr als 19 Punkte holen.

Mit nun elf Punkten aus elf Spielen dürfte es schwierig werden die Punkte-Ausbeute (24) aus der Hinrunde zu übertrumpfen. Zuletzt erklärte Dardai bei Jörg Wontorra, dass er die 20-Punkte-Marke knacken wolle. Dafür braucht seine Mannschaft noch mindestens drei Siege.

Pal Dardai ist mit der Leistung seiner Jungs nicht zufrieden.
Pal Dardai ist mit der Leistung seiner Jungs nicht zufrieden.  © DPA

Mit Europa wird es in diesem Jahr nichts werden. Angesichts von sieben Punkten Rückstand auf Bayer Leverkusen (Platz neun) dürfte selbst das Saisonziel "einstelliger Tabellenplatz" schwierig werden zu erreichen.

Vor allem in den sozialen Medien werden die Stimmen nach einem Trainerwechsel lauter. TAG24 erklärt, warum der Ungar nach wie vor der Richtige ist.

Pal Dardai ist das Gesicht von Hertha BSC. Kaum einer lebt den Verein so sehr wie der Ungar. Hier ist er mit 286 Bundesligaspielen zum Rekordspieler geworden. Hinzu kommt: Talente wie Arne Maier (20), Julius Kade (19) oder Florian Baak (20) trainierten bereits in der Jugend unter Dardai.

Die vielen Eigengewächse geben Hertha ein Gesicht. Da die finanziellen Mittel begrenzt sind, ist das der richtige Weg. Talente entwickeln und sie, wenn sie den Verein verlassen wollen, teuer verkaufen. Auch andere Bundesligisten setzen vermehrt auf junge entwicklungsfähige Spieler, bei Hertha haben sie aber auch die Chance zu spielen. Der Trainer, mittlerweile bei seit 22 Jahren im Verein, gibt den Jungen eine Chance.

Manager Michael Preetz nahm die Mannschaft in die Pflicht.
Manager Michael Preetz nahm die Mannschaft in die Pflicht.  © DPA

Unter Dardai schafften allein Arne Maier (20), Maximilian Mittelstädt (22) oder Jordan Torunarigha (21) den Sprung aus der Jugend zum Stammspieler. Mit Dennis Jastrzembski (19), Trainer-Sohn Palko Dardai (19) oder der zuletzt verletze Javari Dilrosun (20) drängen drei weitere Talente auf Einsatzzeiten.

Dass Hertha in dieser Saison gegen vermeintlich schwächere Team regelmäßig Punkte liegen ließ, begründete Pal Dardai auch mit der Unerfahrenheit seiner Mannschaft. Hinzu kommt: Das Verletzungspech traf die Berliner in diesem Jahr besonders hart. Mit Fabian Lustenberger, Jordan Torunarigha, Marko Grujic, Arne Maier, Vladimir Darida, sowie die gesperrten Ondrej Duda und Vedad Ibisevic fehlen derzeit wichtige Stützen.

Dass in der Mannschaft Potential steckt, haben sie schon mehrfach bewiesen. So schlugen sie Bayern München, siegten sowohl im Olympiastadion als auch im Borussia Park gegen Gladbach (4:2, 3:0) und holten einen Punkt bei Borussia Dortmund (2:2). Nach der Last-Minute-Niederlage gegen den BVB sprach Ex-Hertha-Trainer Lucien Favre ein Lob aus: "Ich hoffe Hertha kann sich weiter so entwickeln. Sie haben eine sehr gute junge Mannschaft."

Fest steht aber auch: In der Mannschaft steckt mehr drin, als nur Platz elf. Es wird auch die Aufgabe von Pal Dardai sein, das Bestmögliche mit Hertha zu erreichen. Währenddessen nahm Manager Michael Preetz die Mannschaft in die Pflicht. "Es sind hier jetzt alle gefragt - und in erster Linie die, die auf dem Platz stehen. Da sollte sich jetzt mal jeder Einzelne selbst auf die Brust klopfen und hinterfragen, ob er wirklich alles investiert hat."

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