Hertha BSC verliert gegen Leipzig: Sechste Pleite im siebten Spiel

Berlin - Nächste Pleite! Hertha BSC hat fast schon erwartungsgemäß sein Heimspiel gegen RB Leipzig mit 2:4 (1:2) verloren. Für den Hauptstadt-Klub hagelte es gegen die Bullen die sechste Pleite im siebten Spiel.
Herthas Dodi Lukebakio (r.) im Zweikampf mit Leipzigs Dayot Upamecano (l.).
Herthas Dodi Lukebakio (r.) im Zweikampf mit Leipzigs Dayot Upamecano (l.).  © Andreas Gora/dpa
Maximilan Mittelstädt hatte Hertha vor 48.532 Zuschauern im eiskalten Olympiastadion in Führung gebracht (32. Minute). Timo Werner (38./90) und Marcel Sabitzer (45.+1) konnten die Partie noch vor der Pause drehen. Kevin Kampl (86.) und erneut Werner (90.) sorgten für die Entscheidung. Davie Selke sorgte in der Nachspielzeit für den Schlusspunkt (90.+2).

Schon im Vorfeld waren alle Augen auf Berlin gerichtet. Auf den Tag genau vor 30 Jahren fiel die Mauer. Anlässlich des Jubiläums ließ es sich Hertha nicht nehmen, den Spieltag zu einem besonderen zu machen.

So spielten die Berliner in einem Jubiläumstrikot, welches stark an jenes Trikot erinnert, das Hertha BSC bei der Zweitligapartie gegen Wattschenscheid 09 am 11. November 1989 trug. Es war das erste Spiel nach dem Mauerfall.

Zahlreiche ehemalige Akteure folgten der Einladung der Alten Dame und sahen eine engagierte Berliner Mannschaft.

Ante Covic hatte sein Team nach der enttäuschenden Leistung gegen Stadtrivale 1. FC Union Berlin auf drei Positionen verändert. Eduard Löwen feierte erstmals sein Startelfdebüt. Zudem kehrten Vladimir Darida und Karim Rekik zurück in die erste Elf. Marko Grujic und Vedad Ibisevic saßen nur auf der Bank.

Die Hausherren, die mit Dreierkette agierten, überließen den Leipzigern den Ball und versuchten, bei Ballgewinn schnell umzuschalten. Die erste Chance gehörte aber den Gästen. Poulsen prüfte Jarstein nach einer Ecke mit dem Kopf (7.). Auf der anderen Seite war Daridas Abschluss nach einem Konter viel zu harmlos (15). Da war mehr drin.

Mittelstädt bringt Hertha in Führung

Maximilian Mittelstädt (l) feiert mit Dodi Lukebakio den Treffer zum 1:0 vor der Ostkurve.
Maximilian Mittelstädt (l) feiert mit Dodi Lukebakio den Treffer zum 1:0 vor der Ostkurve.  © Andreas Gora/dpa

Dann wurde es brenzlig. Poulsen hatte das Auge für Werner, der im letzten Moment von Rekik noch abgegrätscht wurde, sodass Klünter noch vor der Linie klären konnte (23.).

Geklingelt hat es dafür aber im Kasten der Leipziger. Wieder ging es nach einem Ballgewinn schnell. Lukebakio nahm den mitgelaufenen Mittelstädt mit, der ließ Laimer ins Leere laufen und jagte den Ball aus rund 20 Metern zum 1:0 in die linke Ecke - ein klasse Tor (32.)

Leipzig suchte die schnelle Antwort und bekam sie durch den Videobeweis. Rekik hatte den Ball aus kurzer Distanz an den Arm bekommen. Schiedsrichter Sören Storks entschied erst auf Eckball, zeigte nach Sichtung der Bilder aber dann auf den Punkt. Werner traf noch vor der Pause zum 1:1 (38.).

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte wurde es dann richtig bitter. Poulsen legte auf Sabitzer ab, dessen Schuss noch entscheidend abgefälscht wurde - 1:2 (45.+1).

Timo Werner und Kevin Kampl sorgen für die Entscheidung

Emil Forsberg (l) und Javairo Dilrosun (r) kämpfen um den Ball.
Emil Forsberg (l) und Javairo Dilrosun (r) kämpfen um den Ball.  © Andreas Gora/dpa

RB blieb auch nach dem Seitenwechsel die gefährlichere Mannschaft, doch die Berliner gaben sich gegen den Angstgegner noch nicht geschlagen. Erst war Wolfs Zuspiel zu ungenau, dann wurde Darida gerade noch geblockt (57.).

Hertha versuchte, immer wieder mit langen Bällen hinter die Kette der Leipziger zu kommen, konnte aber im zweiten Durchgang Sturmspitze Lukebakio nicht mehr in Szene setzen. Der finale Pass kam nicht an.

Ante Covic reagierte und brachte mit Vedad Ibisevic für Marius Wolf einen neuen Mann für die Offensive. Zudem blieb Niklas Stark das Pech treu und musste verletzt raus. Für ihn kam Davie Selke ins Spiel.

Mit "Wir wollen euch kämpfen sehen"-Rufen aus der Ostkurve ging es in die Schlussphase. Die Covic-Elf versuchte zwar nochmal alles, kam aber nicht mehr entscheidend vor das Leipziger Tor. Stattdessen sorgte Kevin Kampl mit dem 1:3 für die Entscheidung (86.). Timo Werner konnte wenig später noch erhöhen (90.). Der Treffer zum 2:4-Endstand vom eingewechselten Davie Selke (90.+2.) war nur noch Ergebniskosmetik.

Hertha kassierte damit die dritte Pleite in Folge. Nach der Länderspielpause müssen die Berliner zum FC Augsburg.

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