Nach 0:5-Klatsche: Dardai will nichts sagen, "bevor ich noch jemanden beleidige"

Leipzig/Berlin - Drei Jahre ist es her, dass Hertha BSC mit 0:5 unter die Räder gekommen ist. Gegner im April 2016: Borussia Mönchengladbach. Dennoch sprach Trainer Pal Dardai, der nun seit über vier Jahren die Berliner trainiert, bei Sky von der gefühlt größten Niederlage seiner Trainerkarriere.

Pal Dardai und seine Schützlinge Davie Selke und Karim Rekik können die Klatsche nicht fassen.
Pal Dardai und seine Schützlinge Davie Selke und Karim Rekik können die Klatsche nicht fassen.  © DPA

Kurz zuvor erlöste Schiedsrichter Sören Storks die mitgereisten Hertha-Fans. Die Herthaner hatten von den Leipzigern eine ordentliche Packung bekommen. Ein Dreierpack von Poulsen (27. Minute/56./62.), sowie die Treffer von Forsberg (17.) und Haidara (64.) sorgten für die am Ende auch in der Höhe verdiente Niederlage.

Die Klatsche hätte auch noch deutlicher ausfallen können. Rune Jarstein verhinderte mehrmals schlimmeres. Hertha, die bis dahin vor allem gegen die Top-Mannschaften sehr gut ausgesehen hatten, war erschreckend schwach.

Es passte zu diesem Abend, als Davie Selke kurz vor Schluss die Riesen-Chance auf den Ehrentreffer vergab. Aus kürzester Distanz setzte der Stürmer den Ball über das Tor.

"Das war einfach scheiße von uns, von Beginn an. Wir haben uns eigentlich schon vorgenommen, gut zu verteidigen. Doch das ist uns überhaupt nicht gelungen, wir haben vorne keinen Zugriff bekommen", sagte Niklas Stark nach dem Spiel in der Mixed-Zone. "Das war heute einfach ein Scheiß-Spiel, das müssen wir akzeptieren und abhaken."

Ähnlich klang auch Valentino Lazaro. "Man nimmt sich sicherlich viel vor für solch ein Spiel, doch dann haben wir auf einmal kein Herz mehr gezeigt, keinen Willen mehr gehabt. Wir lassen uns quasi verarschen, keiner zeigt Herz und grätscht vielleicht mal rein. So ein Gesicht habe ich von der Mannschaft in dieser Saison noch nicht gesehen, von keinem - auch nicht von mir."

Davie Selke vergab die beste Chance der Herthaner.
Davie Selke vergab die beste Chance der Herthaner.  © DPA

Durch die Niederlage, die dritte in Folge, ist der Tabellenzehnte nun endgültig im grauen Mittelmaß angekommen. Der Abstand zu den Europapokalplätzen beträgt sieben Punkte.

Dardai hatte ohnehin schon vor dem Spiel ein schlechtes Gefühl, wie er bei Sky erzählte. "Die Stimmung im Team war nicht ganz so in Ordnung. Ich glaube, dass die Spieler spüren, dass nach vorne nichts mehr geht, nach hinten nichts mehr geht. Das hätte dann am Ende heute auch 0:8 ausgehen können und wir hätten uns darüber nicht beschweren dürfen."

Genaue Gründe warum seine Mannschaft so einbrach, wollte er nicht nennen. Die Länderspielpause hat die Mannschaft offenbar komplett aus dem Rhythmus gebracht. Mit Salomon Kalou hatte der Trainer nur einen Spieler in der Startelf, der richtig trainieren konnte. Die anderen waren mit ihren Nationalmannschaften unterwegs oder hatten Blessuren.

Auch auf der Presskonferenz wollte der Ungar lieber nicht reden. "Erstmal ist es schmerzhaft, jetzt hier zu sitzen und etwas zu erzählen. Zweite Sache: Ich werde nichts erzählen", so der 43-Jährige.

Er wolle erstmal nach Hause, versuchen zu schlafen und ein bisschen nachdenken. "Bevor ich jemanden beleidige oder Sachen sage, die vielleicht nicht in Ordnung sind. Deswegen habe ich gelernt, in solchen Situationen - Gottseidank ist es die erste - meinen Mund zu halten."

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