Super-Solo macht Hertha froh: Ist das der Durchbruch?

Berlin - Eins gemacht, eins vorbereitet. Es braucht nicht viel um den Spieler des Spiels auszumachen: Javairo Dilrosun. Mit seinem Super-Solo bescherte der Flügelflitzer Hertha BSC gegen den SC Paderborn 07 den ersten Saisonsieg.

Dilrosun lässt sich auch von Gjasula und Strohdieck nicht aufhalten und trifft zum 1:0.
Dilrosun lässt sich auch von Gjasula und Strohdieck nicht aufhalten und trifft zum 1:0.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Es lief die zehnte Spielminute, als der Holländer an den Ball kam und mit Tempo in den Strafraum dribellte. Fünf Paderborner konnten den 21-Jährigen nicht stoppen. Auch vor Keeper Huth blieb der Holländer eiskalt und vollendete zum 1:0. Was für ein Solo!

"Es war ein großartiges Gefühl mal wieder zu treffen. Ich hoffe die Saison beginnt jetzt richtig", sagte Torschütze Dilrosun.

Herthas Flügelfitzer stand erstmals in dieser Saison in der Startelf. Rekord-Einkauf Dodi Lukebakio saß 90 Minuten nur auf der Bank. Doch die Hereinnahme sollte sich bezahlt machen. Wenn Hertha gefährlich wurde, dann meist über den flinken Dilrosun.

Herthas Überflieger der vergangenen Hinrunde ist zurück! Immer wieder hatten Verletzungen den Flügelspieler zurückgeworfen, nun ist er wieder bei 100 Prozent und kann mit seinem Tempo und Tricks den Unterschied ausmachen - wie beim Führungstreffer.

Ein Weltklasse-Solo, wie Davie Selke fand. "Er ist ein Spieler, der in der Lage ist ein 1:1 aufzulösen", sagte Hertha-Trainer Ante Covic. "Wichtig ist, dass sein Gesundheitszustand so stabil ist, dass er uns Woche für Woche hilft. Es freut mich enorm, dass er trotz seines jungen Alters diese Coolness vorm Tor besitzt und den so wegmacht."

Darida jubelt über den vermeintlichen Treffer zum 3:1.
Darida jubelt über den vermeintlichen Treffer zum 3:1.

Sicherheit brachte der Treffer den Berliner in ihrem Spiel aber nicht. Dem Tabellenletzten war der Druck nach nur einem Punkt und den schlechtesten Saisonstart nach 29 Jahren anzumerken.

"Wir wussten von vornherein, dass das kein einfaches Spiel wird. In erster Linie galt für uns diesen Sieg zu erzwingen und uns für den Aufwand der letzten Wochen zu belohnen", erklärte Covic.

Im erneuten Kellerduell konnten die Berliner gegen starke Paderborner nicht wirklich überzeugen. In der ersten Halbzeit spielten fast nur die Gäste (9 Torschüsse, 61 Prozent Ballbesitz). Das war auch so gewollt. "Wir haben in der ersten Halbzeit den Fokus darauf gelegt den Ball Paderborn zu überlassen und aus dem Umschaltspiel unsere Chancen suchen."

Kurz nach dem Seitenwechsel konnte Hertha endlich einer dieser Konterchancen nutzen und die schmeichelhafte Führung ausbauen. Grujic schickte Dilrosun auf Reisen. Dieser behielt den Überblick und fand Wolf.

Die BVB-Leihgabe jagte den Ball in die Maschen (52.). Es war erst der zweite Torschuss der Gastgeber.

Jarstein rettet gegen Michel.
Jarstein rettet gegen Michel.  © DPA

Der Aufsteiger zeigte sich aber weiter unbeeindruckt und kam durch Zolinski (54.) prompt zum Anschlusstreffer. Das Spiel hätte auch locker 2:2 ausgehen können.

Jarstein rettete gleich mehrfach mit starken Paraden (55./68). "Es war schon ein Ballast. Wir wollten unbedingt gewinnen und das haben wir getan. Ob jetzt schön oder nicht, ist am Ende egal. Wichtig sind die drei Punkte", sagte Davie Selke.

Der Stürmer hätte gleich zweimal für die Vorentscheidung sorgen können, stand aber im Abseits, sodass erst Daridas und wenig später sein Treffer nicht zählte. Kurios: Bei Daridas vermeintlichen 3:1 wurde nach Videobeweis im Stadion verkündet, dass das Tor zählt. Schiedsrichter Frank Willenborg gab den Treffer korrekterweise aber nicht.

So blieb es am Ende beim 2:1. Auch wenn der Sieg alles andere als überzeugend war.

"Wir brauchen uns nicht schwach reden. Wir haben gute Jungs aber es gibt im Fußball immer auch Phasen. Diese Phase ist gerade dreckig und eklig. Da ist es knapp Abseits und wenn es gut läuft, ist es kein Abseits", ist sich Selke sicher, dass der Sieg befreiend wirkt.

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