Hertha-Dreier: Neuer Rasen, Stadion-Debatte und Siegesformel gegen Leipzig!

Berlin - "Dieser Rasen ist etwas für Pferde", sagte BVB-Coach Lucien Favre nach dem Last-Minute-Sieg in Berlin. Mit der Kritik am grünen Geläuf im Olympiastadion ist der Schweizer nicht alleine. Auch Hertha war alles andere als zufrieden.

Der heilige Rasen im Olympiastadion wies in letzter Zeit herbe Mängel und Löcher auf.
Der heilige Rasen im Olympiastadion wies in letzter Zeit herbe Mängel und Löcher auf.  © DPA

Nun bekommt der Bundesligist für seine Heimspielstätte einen neuen Rasen - bereits den zweiten in diesem Jahr.

Der erneute Wechsel sei "notwendig geworden", weil Teilbereiche im Mittelfeld nur eine Qualität erreicht hätten, "die aus Vereins- und Betreibersicht nicht tragbar waren", teilten der Verein und die Betreibergesellschaft am Donnerstag mit.

Die neue 8000 Quadratmeter große Rasenfläche wird ab kommenden Montag drei Tage lang verlegt und ist sofort einsetzbar.

Hertha BSC wird somit das nächste Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am 6. April auf dem neuen Geläuf bestreiten.

Erst in der Winterpause war im Olympiastadion ein neuer Rasen verlegt worden. Besserung war aber nicht in Sicht. Manager Michael Preetz sprach dennoch von einigen Spielen auf "schwierigem Untergrund".

Laut Timo Rohwedder, Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH, hätte man bis Ende April gebraucht, um den vorhandenen Rasen wieder in guten Zustand zu bringen: "Wir verbinden den notwendigen und für unsere Gesellschaft sehr kostenintensiven erneuten Rasentausch daher auch mit einem Wechsel zu einem neuen Rasenlieferanten."

Bevor Hertha das neue Geläuf einweihen kann, haben sie mit RB Leipzig aber eine schwere Aufgabe vor der Brust.

Trainer Pal Dardai gönnt Timo Werner ein Tor gegen Hertha, wenn...

Einladung zum Torerfolg: Timo Werner traf bereits sechsmal gegen Hertha BSC.
Einladung zum Torerfolg: Timo Werner traf bereits sechsmal gegen Hertha BSC.  © DPA

Als Pal Dardai über die Stärken von RB Leipzig Topstürmer Timo Werner befragt wird, überrascht er mit folgender Aussage: "Eine Manndeckung geht nicht mehr. Aber ich habe nichts dagegen, wenn Timo ein Tor schießt und wir zwei und dann gewinnen."

Trotz der Tor-Einladung will Hertha an ihren Prinzipien festhalten. "Wir versuchen, wie gegen Dortmund mutig zu sein. Wir haben das Vertrauen und die Schnelligkeit, um ein gutes Auswärtsspiel zu machen."

Den Fokus für die RB-Auswärtspartie setzt Dardai auf den Abwehr-Verbund: "Dieses Spiel werden wir nicht offensiv gewinnen, sondern defensiv. Wir müssen fokussiert sein, dürfen keine Fehler machen."

In Leipzig fehlen dem Ungar zudem unter anderen die gesperrten Vedad Ibisevic und Jordan Torunarigha, der auch verletzt ist. Aufgrund der Personalprobleme will der Coach den U19-Nationalspieler Dennis Jastrzembski in den Kader berufen.

"Ich habe von der Bank her immer noch genug Qualität, deshalb gibt es keinen Grund zum Heulen", erklärte Dardai.

Stadion-Debatte: "Anvisierter Neubau" fordert adäquaten Ersatz für Anwohner

Der Stadion-Neubau gilt seit Jahren als einer der fragilsten Themen im Hertha-Kosmos.
Der Stadion-Neubau gilt seit Jahren als einer der fragilsten Themen im Hertha-Kosmos.  © DPA

In der Debatte um einen möglichen Stadion-Neubau von Hertha BSC hat der Fußball-Bundesligist nach eigener Ansicht alle Fragen beantwortet.

"Wir sind gut vorbereitet und brauchen letztlich eine Entscheidung der Politik in Berlin. Es wäre nicht glücklich, wenn der Eindruck erweckt wird, dass, wenn wir den ersten Block der Fragen beantwortet haben, wir immer neue Aufgaben gestellt bekommen", sagte Geschäftsführer Michael Preetz am Donnerstag.

Für den avisierten Neubau einer Arena auf dem Olympiagelände müssten Anwohner weichen, hierfür sollen Ersatzwohnungen geschaffen werden.

"Wir wissen, dass es Gespräche mit der Wohnungsbaugesellschaft gibt, denen diese Wohnungen gehören - mit dem Ziel natürlich, adäquaten Ersatz anzubieten", sagte Preetz.

Es ändere sich nichts am Wunsch, "dass wir auf dem Gelände des Olympiaparks ein neues Stadion für Hertha BSC bauen, das wir gerne 2025 in Betrieb nehmen würden".

Bei einer Diskussionsrunde am Mittwoch, die CDU-Politiker Andreas Statzkowski organisiert hatte, hatten Anwohner erklärt, nicht wegziehen zu wollen. Der Club sei bei der Veranstaltung nicht eingeladen gewesen, betonte Preetz.

Dem Berliner Olympiapark stehen unabhängig von einem Stadionbau von Fußball-Bundesligist Hertha BSC massive Veränderungen bevor. Ein wesentlicher Punkt ist, mehr Leben auf die Anlage zu bringen. Um das zu gewährleisten, muss Hertha BSC allem Anschein nach Abstriche machen.

"Mit Hertha wird gesprochen, auf den einen oder anderen Trainingsplatz zu verzichten, wenn wir andere Nutzer aufs Gelände holen wollen", sagte Sport-Staatssekretär Alexander Dzembritzki (SPD) auf einer von Bündnis 90/Die Grünen initiierten Podiumsdiskussion am Donnerstagabend in der Bildungsstätte der Landessportjugend.

Sven Spannekrebs vom Vorstand der Einrichtung erklärte, dass die Bildungsstätte im Falle des Stadionbaus weichen müsste. Hertha sollte in diesem Fall neue Räume finanzieren, so dass der Betrieb uneingeschränkt weiterlaufen könne. Hertha BSC will bis 2025 ein privat finanziertes Stadion bauen lassen und braucht dazu die Zustimmung von Berlin als Eigentümer des Olympiaparks.

Dzembritzki machte klar, dass für ein Ja des Senats zum Stadionbau Bedingungen erfüllt sein müssen: "Wir stimmen nicht zu, wenn keine Lösung für die betroffenen Anwohner, deren Häuser weichen müssten, und die Bildungsstätte getroffen wird, und das in unmittelbarer Nähe der gegenwärtigen Standorte."

Dr. Christoph Rauhut, Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin wartete mit einer Forderung auf: "Der Olympiapark ist ein nationales Denkmal. Da muss sich auch der Bund an den Investitionen beteiligen und ich denke, das will er auch."

Pal Dardai will gegen Fortuna Düsseldorf einen anderen Auftritt seiner Mannschaft sehen.
Pal Dardai will gegen Fortuna Düsseldorf einen anderen Auftritt seiner Mannschaft sehen.  © DPA

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