War's das jetzt für Covic? Herthas Klatsche "ein Schlag in die Fresse"

Augsburg/Berlin - Es war ein Nachmittag zum Vergessen für Hertha BSC. Die Berliner hatten sich in Augsburg viel vorgenommen und traten nach einer desolaten Leistung mit einem 0:4 im Gepäck die Heimreise an. Bei den Fuggerstädtern lief alles schief, was auch nur schieflaufen kann.

Ante Covic steht nach der vierten Niederlage in Folge mehr denn je unter Druck.
Ante Covic steht nach der vierten Niederlage in Folge mehr denn je unter Druck.  © Stefan Puchner/dpa

Knackpunkt der Partie war mit Sicherheit die Rote Karte gegen Schlussmann Rune Jarstein. Der sonst so sichere Norweger erlebte einen absoluten Katastrophentag. Ohne Not vertändelte der Keeper gegen Niederlechner den Ball und verschuldete das 0:2 (26.).

Mit einem rüden Rettungsversuch wollte er das Schlimmste verhindern, traf mit gestreckten Bein aber nur den Augsburger. Nach einem Hinweis aus Köln schickte Schiedsrichter Sascha Stegemann den Keeper mit Rot vom Platz.

"Alle sind sehr enttäuscht über diese bittere Niederlage. Wir haben zu viel fahrlässige Rückpässe zum Torwart gespielt und uns so selbst in Schwierigkeiten gebracht. Zu zehnt wird es in Augsburg sehr schwer", sagte Ante Covic bei Sky.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Schon vor dem Platzverweis hat es seine Mannschaft nicht geschafft, die Gastgeber in Bedrängnis zu bringen.

"Er hat sehr unglücklich gespielt. Ich glaube, das hat ihn selber am meisten geärgert. Er hat sich in der Situation zu viel Zeit gelassen", sagte Covic über seinen Keeper und wunderte sich wieder einmal über den Videobeweis. "Dass es ein Foul war, steht außer Frage, aber ich kenne die Regelauslegung jetzt im Detail nicht, ob auch noch eine Rote Karte folgen muss."

Michael Preetz muss Herthas Niederlage "erstmal sacken lassen"

Enttäuscht verlässt Dodi Lukebakio nach dem 0:4 in Augsburg den Platz.
Enttäuscht verlässt Dodi Lukebakio nach dem 0:4 in Augsburg den Platz.  © Stefan Puchner/dpa

In Unterzahl hatte seine Mannschaft dem FCA nichts mehr entgegenzusetzen. Sie haben sich ihrem Schicksal ergeben, kassierten durch Hahn und Niederlechner noch zwei weitere Treffer. Zuvor hatte Max per Freistoß-Hereingabe die Hausherren auf die Siegerstraße gebracht.

Hertha spielte wie ein Absteiger. Es klappte nichts mehr - weder defensiv noch offensiv. Von einem Aufbäumen war nichts zu sehen. Zudem zeigten die Berliner erneut, wie anfällig sie bei den Standardsituationen sind (Max/Niederlechner). In dieser Saison kassierten sie bereits zehn Gegentreffer nach einem ruhenden Ball - nur Bremen ist noch schlechter.

Mit der nun vierten Niederlage in Folge und nur elf Punkten aus zwölf Spielen wird die Luft für Ante Covic dünner. Für den Kroaten geht es mehr denn je um seinen Job.

"Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich der Allerletzte bin, der an sich denkt. Es geht nur um den Verein, dem ich seit 20 Jahren diene." erklärte der 44-Jährige auf der Pressekonferenz. Wichtig sei es nun, gegen Dortmund den "Negativtrend" aufzuhalten.

Nach der katastrophalen Leistung werden die Kritiker in der Hauptstadt nicht leiser. "Ruhiger wird es nicht", weiß auch der angezählte Trainer. Ausgerechnet das kommende Spiel gegen den BVB und den ebenfalls unter Druck stehenden Favre, könnte für einen der beiden Coaches zum Schicksalsspiel werden.

Manager Michael Preetz, der Covic vor dem Augsburg-Spiel noch eine Job-Garantie ausgebrochen hatte, wollte sich nach Schlusspfiff nicht zur sportlichen Situation äußern. Er müsse das Erlebte "erstmal sacken lassen", erklärte Preetz. Klartext hingegen gab es von Nationalspieler Niklas Stark: "So zu verlieren, ist schon ein Schlag in die Fresse."

Mehr zum Thema Hertha BSC:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0