Lazaros Faible für späte Treffer: Traumtor lässt Hertha jubeln

Berlin - Diese Woche wird Valentino Lazaro so schnell wohl nicht vergessen. Am Montag sorgte der 22-Jährige mit seinem Traumtor in der Nachspielzeit für den Last-Minute-Sieg der Österreicher gegen Nordirland. Sechs Tage später wurde der Rechtsverteidiger erneut zum Matchwinner. Wieder mit einem Traumtor - diesmal allerdings für Hertha BSC.

Marko Grujic bejubelt den späten Ausgleichstreffer gegen Hoffenheim.
Marko Grujic bejubelt den späten Ausgleichstreffer gegen Hoffenheim.  © DPA

Drei Minuten waren noch gegen TSG Hoffenheim zu spielen, als Bicakcic eine Freistoßflanke von Plattenhardt aus dem Strafraum köpfte. Der Ball landete bei Lazaro, der den Ball direkt nahm und ihn aus 18 Metern ins linke Eck jagte.

"Ich bin jetzt wahrscheinlich der Spezialist für die späten Tore geworden", sagte Lazaro schmunzelnd und fügte hinzu: "Ich denke wir haben bis auf die ersten zehn Minuten heute sehr guten Fußball gespielt. Wir hatten viele Chancen und hätten heute gegen eine sehr gute Mannschaft auch sechs Tore machen können. Wenn das Spiel 2:3 ausgeht, wäre das sehr ungerecht gewesen."

Nach zehn Minuten haben wohl nur die wenigsten Hertha-Fans überhaupt an einen Punktgewinn gedacht. Hertha war noch gar nicht richtig auf dem Platz, da lagen sie auch schon hinten. Demirbay sorgte nach gerade mal 40 Sekunden für die kalte Dusche. Acht Minuten später konnte Kramaric auf 2:0 erhöhen - nach einem langen Ball von Torhüter Oliver Baumann.

"Die ersten zwei Tore, da haben wir den Nikolaus vorgezogen und Geschenke verteilt. Das kannst du dir in der Bundesliga nicht leisten", so Pal Dardai. Herthas Trainer bemängelte vor allem in den ersten Minuten "Chaosmomente" im Spiel seiner Mannschaft. Vor allem Derrick Luckassen wirkte das ein oder andere Mal gegen die schnellen Hoffenheimer überfordert.

Vedad Ibisevic lässt die große Chance auf den Ausgleich liegen.
Vedad Ibisevic lässt die große Chance auf den Ausgleich liegen.  © DPA

Es spricht für Hertha, dass sie sich trotz der Rückschläge nie aufgegeben haben. Auch die Unterstützung aus der Ostkurve hatten sie, nachdem das Verbot von Bannern und Blockfahnen wieder aufgehoben wurde, sicher. Nach 13 Minuten konnten dann auch die Hertha-Fans erstmals jubeln. Dudas Schuss wurde zwar noch geblockt, doch Ibisevic stand goldrichtig. Mit dem Abpraller brachte der Stürmer die Hausherren zurück ins Spiel.

"Wenn es nach 40 Sekunden schon 0:1 steht, ist das natürlich nicht einfach herunterzuschlucken. Die Mannschaft hat aber gute Moral bewiesen, bis zum Schluss gekämpft und so wurden wir noch mit einem Punkt belohnt", sagte Marvin Plattenhardt.

Das Spiel entwickelte sich nun zu einem rasanten Schlagabtausch. Leckie (15.) und Kalou (18., 19.) ließen das 2:2 liegen. Auf der Gegenseite hatten die Berliner Glück, dass Hoffenheim nicht schon vor der Pause erhöhen konnte. Erst rettete Plattenhardt auf der Linie (29.), dann scheiterte Kramaric frei vor Jarstein mit einem Lupfer (34.).

Im Gegenzug war es der agile Leckie, der erst am Donnerstag aus Australien zurückgekehrt ist, der die bis dato größte Chance auf den Ausgleich liegen ließ (35.).

Die Ostkurve sorgte wieder für Stimmung.
Die Ostkurve sorgte wieder für Stimmung.  © DPA

Auch nach der Pause war Hertha am Drücker (Grujic, Leckie) und musste nach zehn Minuten den nächsten Rückschlag verkraften. Bicakcic erhöhte auf 3:1.

Doch Hertha gab sich weiterhin nicht auf. Mit Davie Selke für Ondrej Duda, brachte Pal Dardai einen zweiten Stürmer. Die Umstellung machte sich bezahlt: Erst scheiterte Ibisevic mit einem Kopfball an einer klasse Parade an Baumann (62), dann war es Selke, der im Strafraum mit Leckie einen Abnehmer fand - nur noch 2:3 (71.)!

"Nach dem 1:3 ist das Spiel eigentlich durch. Noch einmal so zurückzukommen, ist schon geil. Als ich reingekommen bin, habe ich gleich gemerkt, dass die Jungs noch wollen und heiß sind. Ich wollte versuchen auch nochmal einen Impuls zu bringen. Es war ein überragendes Spiel – auch für die Zuschauer", fand Selke lobende Worte für seine Mannschaft.

Die Berliner machten weiter Druck. Kalou scheiterte nach einer klasse Einzelaktion und Ibisevic setzte den Ball freistehend vor Baumann nur neben das Tor (85.). Zwei Minuten später sorgte Lazaro mit seinem Traumtor dann doch noch für die Erlösung - und brachte das Olympiastadion endgültig zum kochen.

"Ich weiß nicht, ob er jetzt ein Faible für Traumtore hat, aber das war schon sehr gut und sehr wichtig. Es war geil am Ende: Wir haben die Power gespürt. Schade, dass das Spiel abgepfiffen wurde. Ich glaube, dass wir das Ding noch gewonnen hätten", so Selke weiter.

In der Tat: Beinah hätte der 23-Jährige in der Nachspielzeit sogar noch den Siegtreffer erzielt, doch das wäre wohl des Guten zu viel gewesen.

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