Nach Rassismus-Vorwürfen: Doch keine Fair-Play-Medaille für Herthas U16?

Berlin - Es war ein turbulentes Wochenende für Hertha BSC: Während die Bundesliga-Mannschaft zum ersten Mal in der Ära Jürgen Klinsmann gewann, beendeten Hertha-Fußballer andernorts gleich zwei Partien vorzeitig - einmal soll es tätliche Übergriffe, einmal rassistische Beleidigungen gegeben haben.

Herthas U16 hatte das Spiel beim VfB Auerbach abgebrochen.
Herthas U16 hatte das Spiel beim VfB Auerbach abgebrochen.  © Soeren Stache/dpa, Twitter/Sofian Chahed

Doch vor allem über die Vorkommnisse bei der B-Jugend-Partie von Herthas U16 beim VfB Auerbach wird noch gestritten: Die Berliner hatten nach Vereinsangaben wegen rassistischer Beleidigungen die Regionalliga-Partie trotz einer 2:0-Führung vorzeitig beendet.

Die folgende Berichterstattung hatte bei der Deutschen Olympischen Gesellschaft Berlin zur Überlegung geführt, die Mannschaft auszuzeichnen: "Es ist gut, wenn eine Mannschaft sagt, dass eine Grenze erreicht ist. Die Berliner Berichterstattung war eindeutig", sagte Berlins DOG-Präsident Richard Meng.

Auerbacher Verantwortliche und Patrick Müller, Kreisrat der Partei Die Linke, der bei der Partie vor Ort war, dementierten die Rassismus-Vorwürfe und warfen wiederum den Hertha-Jugendspielern vor, "aufs Übelste gepöbelt" zu haben. Die DOG will deshalb nun doch das Sportgerichtsverfahren abwarten, bevor Herthas U16-Team mit einer Fair-Play-Medaille ausgezeichnet wird.

"Die Vergabe der Medaille steht natürlich unter Vorbehalt. Die Sache schien uns eindeutig zu sein. Sollte es neue Fakten geben, werden wir uns das natürlich neu überlegen", sagte Meng am Mittwoch dem MDR.

Hertha III bricht Spiel gegen Anadoluspor ab

Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri konnten am Samstag den ersten Sieg als Trainer und Co-Trainer von Hertha BSC bejubeln.
Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri konnten am Samstag den ersten Sieg als Trainer und Co-Trainer von Hertha BSC bejubeln.  © Andreas Gora/dpa

Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) hat ein Verfahren zur Untersuchung der Vorfälle eingeleitet und beide Seiten um eine Stellungnahme gebeten.

Über die abgebrochene Bezirksliga-Partie der dritten Herren-Mannschaft von Hertha bei Anadoluspor wird das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) am 24. Januar verhandeln. Bis dahin sollen der Schiedsrichter sowie beide beteiligten Vereine eine Stellungnahme abgeben.

Die Partie in der Berliner Bezirksliga wurde beim Stand von 2:0 für Anadoluspor nicht fortgesetzt, nachdem Zuschauer einen Hertha-Spieler tätlich angegriffen haben sollen.

Laut Bild-Zeitung musste sich der Spieler nach einem Schlag auf den Hinterkopf übergeben und "hat vom Arzt zwei Wochen Sportverbot" bekommen. Zuvor hieß es, er sei von einem Zuschauer gewürgt worden.

Bereits am 9. Februar treffen Hertha III und Anadoluspor auch außerhalb des Sportgerichts wieder aufeinander: Dann steht das Rückspiel in der Bezirksliga an.

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