"Es gibt keine Ausreden mehr": Lazaro platzt der Kragen

Berlin - Als Schiedsrichter Christian Dingert die Partie gegen Fortuna Düsseldorf abpfiff, wurde die Mannschaft von Hertha BSC mit einem kräftigen Pfeifkonzert verabschiedet. Die erhoffte Reaktion auf das Debakel in Leipzig blieb aus. Die Berliner kassierten mit dem 1:2 gegen Düsseldorf die vierte Niederlage in Folge und stecken nun endgültig in der Krise.

Benito Raman bejubelt den Siegtreffer zum 2:1.
Benito Raman bejubelt den Siegtreffer zum 2:1.  © DPA

Ein Doppelpack von Benito Raman (35./61. Minute), der schon im Hinspiel doppelt traf, reichte, um der Alten Dame die sechste Niederlage in der Rückrunde hinzuzufügen.

Dabei hatte Hertha vor allem im zweiten Durchgang durchaus die Chance ein anderes Ergebnis erspielen zu können. Fortunas Rensing rettete mit einer Glanzparade gegen Duda (57.), Kalou köpfte nur knapp am Tor vorbei (83.). So gelang Grujic lediglich das zwischenzeitliche 1:1 (41.).

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Aufsteiger im Berliner Olympiastadion noch deutlich höher hätte gewinnen können. Allein Lukebakio vergab in der ersten Hälfte mehrfach aus aussichtsreicher Position. Ausgerechnet als Hertha drauf und dran war, das Spiel zu drehen, schlug Fortuna erneut zu. Die Berliner waren im Abwehrverhalten zu lethargisch, sodass Raman im Strafraum zu Abschluss kam. Erst konnte Jarstein noch retten, doch beim Abpraller reagierte der Belgier am schnellsten.

"Das 2:1 war ein Paradebeispiel. Ein stinknormaler Pass in die Tiefe. Wir begleiten nur und lassen ihn flanken, als ginge es in der Bundesliga um gar nichts mehr. In der Mitte sind wir dann auch nicht da, kriegen den Abpraller nicht und sind überhaupt nicht wach", erklärte ein sichtlich angefressener Lazaro in der Mixed-Zone und legte nach.

Maximilian Mittelstädt sitzt nach dem Schlusspfiff auf dem Spielfeld.
Maximilian Mittelstädt sitzt nach dem Schlusspfiff auf dem Spielfeld.  © DPA

"Da ist kein Wille dahinter. Ich weiß nicht, woran es liegt. Wir sind alle Fußballprofis. Fehler kann jeder machen, aber die Überzeugung zu laufen und zu kämpfen muss von jedem Spieler bis zur letzten Minute an den Tag gelegt werden. Das war heute in den spielentscheidenden Situationen vorne und hinten nicht der Fall."

Zum wiederholten Mal in dieser Saison, ließ Hertha gegen die vermeintlich schwachen Gegner wichtig Punkte liegen. "Es gibt keine Ausreden mehr. Es ist einfach irgendwas drin in der Mannschaft, dass sich Leute denken, dass es um nichts mehr geht. Die letzten paar Prozent fehlen", so der Österreicher weiter.

"Vielleicht will sich keiner verletzen, aber wir sind alle Angestellte des Vereins. Wir sollen uns bis zur letzten Sekunde der Saison den Arsch aufreißen. Wenn wir das nicht machen, haben wir eben gegen Mannschaften wie Düsseldorf keine Chance."

Von dem Feuer aus der Trainingswoche war auf dem Platz nicht viel zu sehen, was auch den Trainer verwunderte. "Ich habe die Situation vielleicht etwas unterschätzt", sagte Pal Dardai. "Wie das Training und die Gespräche waren, hat man gedacht, dass die Mannschaft rausgeht und anfängt, zu beißen, alles kaputtzureißen, richtig zu kämpfen und den Gegner zu erledigen. Das war nicht der Fall."

Es passte zu diesem bitteren Nachmittag, dass Ondrej Duda noch seine fünfte gelbe Karte kassierte - wegen einer Schwalbe. Der Spielmacher wird damit das Spiel in Hoffenheim verpassen.

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