Hertha hadert mit Videobeweis: "Da verstehe ich die Welt nicht mehr!"

Berlin - Es bleibt dabei: RB Leipzig ist der absolute Angstgegner von Hertha BSC. Gegen die Sachsen kassierten die Berliner mit dem 2:4 die sechste Pleite im siebten Spiel. Dabei haderte die Alte Dame vor allem mit dem Videobeweis. Ausschlaggebend waren gleich zwei Szenen.

Hertha-Trainer Ante Covic kann die Schiedsrichter-Entscheidung nicht nachvollziehen.
Hertha-Trainer Ante Covic kann die Schiedsrichter-Entscheidung nicht nachvollziehen.  © Andreas Gora/dpa

Es lief die 72. Spielminute, als Niklas Stark nach einem Zweikampf mit Laimer blutend im Strafraum zu Boden ging. Herthas Bank forderte vehement einen Strafstoß. Der Elfmeterpfiff aber blieb aus. Auch aus Köln gab es keine Einwände - zum Unverständnis der Berliner.

"Wenn es so ist, dass man sich die erste Sequenz anguckt, dann muss man sich auch die zweite angucken. Das ist das Mindeste, was ich in dem Augenblick erwartet habe", sagte ein sichtlich verägerte Ante Covic auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Laimer hatte Stark mit dem Arm klar im Gesicht getroffen und den Ball auch noch gegen den Arm bekommen. Obwohl Herthas Abwehrspieler mit Nasenbeinbruch ausgewechselt werden musste, zog Schiedsrichter Stork den Videobeweis nicht zu Rate.

"Der Schiedsrichter hat gesagt, Niklas läuft in den Ellenbogen des Gegners rein, Kann ja durchaus passieren, dass er die Szene so wahrgenommen hat", sagte Covic, der von Schiri Stork wegen Beschwerens noch die Gelbe Karte gesehen hat. "Wenn der Spieler aber in der Höhe den Ball an die Hand bekommt, dann muss man sich das nochmal angucken."

Zu diesem Zeitpunkt lag seine Mannschaft mit 1:2 hinten. Sowohl ein Foul- als auch Handelfmeter wären beide gerechtfertig gewesen. Die Pfeife blieb aber stumm und so musste Hertha weiterhin einem Rückstand hinterlaufen. Mittelstädt hatte die Gastgeber zunächst in Führung gebracht. Werner (38.) und Sabitzer (45.+2) konnten die Partie aber noch vor der Pause zugunsten der Gäste drehen.

Maximilian Mittelstädt versteht die Welt nicht mehr

Maximilian Mittelstädt sitzt nach der Niederlage auf dem Boden.
Maximilian Mittelstädt sitzt nach der Niederlage auf dem Boden.  © Andreas Gora/dpa

Was den Trainer und die Hertha-Fans unter den 48.532 Zuschauern besonders ärgerte: In der ersten Hälfte bekamen die Gastgeber wieder mal einen Elfmeter gegen sich gepfiffen - nach Videobeweis.

Karim Rekik hatte den Ball aus kürzester Distanz erst gegen die Hand und dann ins Gesicht bekommen. Schiri Storks entschied auf Eckball, bekam ein Signal aus Köln, schaute sich die Szene noch einmal an und zeigte auf den Punkt. Werner ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte zum 1:1 (38.)

"Wenn der Ball aus 20 Zentimeter Entfernung kommt, was willst du da machen? Es ist ja nicht so, dass ich den Ball mit der Hand stoppen will", sagte Unglücksrabe Rekik, der vor dem 1:2 durch Sabitzer entscheidend abgefälscht hatte. "Das ist lächerlich, aber damit musst du dann leben."

Auch Torschütze Maxi Mittelstädt hatte kein Verständnis für die Schiedsrichter-Entscheidung: "Nik (Niklas Stark, Anm. d. Red.) wird die Nase gebrochen und da wird noch nicht einmal nachgeschaut. Was soll denn das? Da verstehe ich die Welt nicht mehr", so der 22-Jährige. "Wegen so einem Elfmeter geht der Schiri raus und schaut sich das an - und bei Nik passiert nichts? Das verstehe ich nicht."

So aber müssen die Berliner die dritten Pleite in Serie hinnehmen. Kampl und erneut Werner machten den Deckel drauf. Selkes Joker-Tor war nur noch Ergebniskosmetik.

Mit lautstarken Pfiffen aus der Ostkurve wurde die Mannschaft in die Länderspielpause verabschiedet. Dem Team von Ante Covic stehen mit einem Punkt aus den letzten vier Spielen ungemütliche Zeiten bevor.

Schiedsrichter Sören Storks zeigt nach Sichtung der Bilder auf den Punkt.
Schiedsrichter Sören Storks zeigt nach Sichtung der Bilder auf den Punkt.  © Andreas Gora/dpa

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