"Unfassbar bitter": Tor-Opa Pizarro raubt Hertha den Sieg

Berlin - Als Claudio Pizarro nach etwa einer Stunde eingewechselt wurde, hatten es die meisten Hertha-Fans unter den knapp 50.000 Zuschauern im Olympiastadion wohl schon geahnt, was auf sie zukommen sollte. Der Peruaner ist so etwas wie der Hertha-Schreck.

Claudio Pizarros Freistoß landet im Tor.
Claudio Pizarros Freistoß landet im Tor.  © DPA

15 Tore hat der 40-Jährige inzwischen gegen die Berliner schon erzielt. Nur gegen den HSV traf er öfter (19).

Das wird die Herthaner allerdings nicht trösten, vielmehr schmerzt der Verlust des schon sicher geglaubten Sieges. In 95 Minuten hatte Hertha keine richtig gefährliche Torchance der Bremer zugelassen. Dann foulte Fabian Lustenberger den eingewechselten Joshua Sargent. Pizarro trat an und schoss den Ball unter der Mauer ins Tor. Dabei wurde der Ball noch zweimal unglücklich abgefälscht. Endstand: 1:1.

"Wir haben wieder mit Herz und Leidenschaft verteidigt und dann fangen wir so ein Eier-Tor. Unfassbar bitter", sagte ein frustrierter Davie Selke. "Es fühlt sich an wie eine Niederlage!"

Mitte der ersten Hälfte war es der Ex-Bremer, der die Herthaner in Führung gebracht hatte (25. Minute). Bei einem Konter im eigenen Stadion behielt Salomon Kalou die Übersicht und legte kurz vor dem Sechzehner noch einmal quer auf den mitgelaufenen Selke. Aus spitzem Winkel konnte Herthas Stürmer Pvalenka überwinden - 1:0.

Hertha machte vor allem in der ersten Halbzeit vieles richtig, verteidigte aggressiv nach vorne und hatte genügend Chancen sich eine noch komfortablere Führung zu erspielen. Selke traf nach 20 Minuten nur den Pfosten und auch Dudas herrlicher Freistoß klatschte an die Latte. So aber blieb Werder bis zum Ende im Spiel.

Rune Jarstein kann es nicht fassen.
Rune Jarstein kann es nicht fassen.  © DPA

"Wir hatten auf jeden Fall mehr verdient. Es fühlt sich ungerecht an, aber so ist der Fußball", sagte Pechvogel Lazaro, der den Ball nach dem Freistoß noch unglücklich abfälschte.

In der zweiten Halbzeit investierten die Bremer nun mehr, wirklich gefährlich konnten sie den Hausherren aber nicht werden. Hertha verteidigte gut, schaffte es allerdings nicht die Konter zu Ende zu spielen. Duda hatte nach knapp einer Stunde die größte Chance, als er im letzten Moment noch geblockt werden konnte.

"Die Lösung wäre gewesen, nach einer Balleroberung unsere schnellen Spieler richtig anzuspielen. Das war in der zweiten Halbzeit nicht der Fall", erklärte Pal Dardai und bemängelte, dass der Schnelligkeitsvorteil nicht genutzt wurde. "Normalerweise musst du weglaufen. Das haben wir nicht mehr hingekriegt."

So aber kam es, wie es kommen musste. Pizarro sorgte in der 6. Minute der Nachspielzeit für lange Gesichter. Der Peruaner ist jetzt mit 40 Jahren und 136 Tagen der älteste Torschütze der Bundesliga-Geschichte und löst damit den ehemaligen Werderaner Mirko Votava ab.

Besonders bitter: Vedad Ibisevic kassierte - obwohl nur auf der Bank - bei einer Rudelbildung in der Nachspielzeit seine fünfte gelbe Karte. Der Kapitän wird am Samstag beim Rekordmeister aus München fehlen.

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