Mann greift seine Chefin aus dem Nichts mit Rasiermesser an, Lebensgefahr

Der Prozess gegen den Mann aus Syrien kam zum Abschluss (Symbolbild).
Der Prozess gegen den Mann aus Syrien kam zum Abschluss (Symbolbild).

Herzberg / Cottbus – Was trieb einen 39-jährigen Syrer dazu, wie aus dem Nichts mit einem Rasiermesser auf seine Chefin loszugehen und sie schwer zu verletzen?

Diese Frage soll ab Donnerstag vor dem Cottbusser Landgericht geklärt werden. Der aus Damaskus nach Deutschland geflohene Familienvater galt lange als Musterbeispiel für gelungene Integration. Er lernte die Sprache, fand Arbeit in einem Friseursalon und machte diese zur vollen Zufriedenheit der Kunden, und er bekam von seiner Chefin auch eine Wohnung im Haus vermietet.

Wie die Lausitzer Rundschau berichtet, veränderte sich der Mann nach einigen Monaten immer mehr. Er wollte laut Aussage der Geschäftsinhaberin nur sehr widerwillig in eine Außenstelle nach Schönewalde fahren. Außerdem habe er plötzlich aufgehört, Deutsch zu lernen und sei im Laden immer unverschämter geworden. Diese Veränderungen hätten eingesetzt, als der Nachzug seiner Familie, seiner Frau und zwei Kindern aus Syrien, abgelehnt wurde. Verbitterung und Antriebslosigkeit sollen sich in dieser Zeit bei ihm immer mehr festgesetzt haben.

Ende Juni 2017 ging er dann wie aus dem Nichts im Friseursalon auf seine Chefin los. Er verletzte sie mit dem Rasiermesser lebensbedrohliche, möglicherweise überlebte sie nur, weil ein syrischer Kollege in dem Laden dazwischen ging.

Jetzt steht der Angreifer wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Dabei soll auch geklärt werden, was den Mann so ausrasten ließ. Er habe laut Lausitzer Rundschau sich bei seinen Vernehmungen bei der Polizei auch zu seinen Beweggründen und Motiven geäußert. Auch sein Opfer soll als Zeugin vernommen werden, ebenso wie der Kollege, der ihr wahrscheinlich das Leben rettete.


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