Herzstillstand! Wisst Ihr, was zu tun ist?

Leben retten mit Defibrillatoren: So sehen die lebensrettenden Geräte aus.
Leben retten mit Defibrillatoren: So sehen die lebensrettenden Geräte aus.

Von Katrin Richter

Dresden - Manchmal entscheiden wenige Augenblicke über Leben und Tod. Jemand bricht vor Euren Augen zusammen. Wisst Ihr eigentlich noch, wie eine Herzdruckmassage durchgeführt wird? Oder wie Ihr einen automatischen Defibrillator bedienen?

Es kann jeden treffen und jederzeit passieren: Urplötzlich sackt ein Mensch in sich zusammen und verliert das Bewusstsein. Je früher Patienten mit Herzstillstand Hilfe bekommen, umso besser sind ihre Überlebenschancen. Doch viele scheuen sich, einzugreifen - eine tödliche Gefahr!

Laut Deutschem Reanimationsregister wurden im vergangenen Jahr allein in Dresden 186 Menschen wiederbelebt. 50 davon von medizinischen Laien. Aber: Bundesweit sterben jedes Jahr auch etwa 5000 Menschen, weil sich niemand an die Reanimation wagt.

„Mit jeder Minute, die vergeht, verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 Prozent“, betont Ralph Kipke (55), Leiter Aus- und Fortbildung des Dresdner Rettungsdienstes. Viele haben Angst, etwas falsch zu machen. Dabei können Ersthelfer rechtlich nicht belangt werden.

„Nichts zu tun ist in jedem Fall der größte Fehler“, erklärt Ilka Tändler (43), Ausbilderin bei der Aus- und Fortbildung des DRK Dresden. Ist der Betroffene nicht ansprechbar und atmet nicht, Notrufnummer 112 wählen und mit der Herzdruckmassage beginnen.

Auch vor der Anwendung eines Automatisierten externen Defibrillators (AED) muss niemand zurückschrecken. Die Geräte sind nach dem Einschalten selbsterklärend. Der Helfer muss nur die Klebe-Elektroden befestigen.

Tändler: „Der AED analysiert dann selbstständig den Herzrhythmus und erkennt so selbst, ob die Abgabe eines Elektroschocks nötig ist oder nicht.“

So könnt Ihr im Ernstfall Leben retten:

MOPO24-Redakteurin Katrin Richter (34) zeigt, wie‘s geht: Zuerst die Person ansprechen und die Atmung überprüfen. Erfolgt keine Reaktion, die 112 anrufen. Kopf nackenwärts beugen. Oberkörper freilegen.

Herzdruckmassage: Den Ballen einer Hand auf die Mitte des Brustkorbs platzieren. Den Ballen der anderen Hand auf die erste Hand aufsetzen. Dann geht es los - 30 Mal drücken und dann zwei Mal beatmen.

Auch wer die Mund-zu-Mund-Beatmung weglässt oder ablehnt, leistet mit der Massage Hilfe. Im Blut ist noch ausreichend Sauerstoff, es muss nur weiter zirkulieren können.

Ist ein AED-Gerät in der Nähe, folgt den Sprachanweisungen und befestigt die Elektroden.

Angst vor einer falschen Bedienung des Automatisch Externen Defibrillators (AED) muss niemand haben. Das Gerät führt den Nutzer Schritt für Schritt.

Fit in Erster Hilfe

Dieses Symbol kennzeichnet den Standort eines Defibrillators.
Dieses Symbol kennzeichnet den Standort eines Defibrillators.

Bei vielen ist der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon sehr lange her. Für alle, die ihr Wissen aus dem Führerscheinkurs auffrischen möchten, bietet das Deutsche Rote Kreuz Kurse an. Mehr Infos: www.drk-kurs.de

Vom 19. bis 25. September findet in Dresden eine Woche der Wiederbelebung mit zahlreichen Info-Veranstaltungen statt. Motto: „Dresden rettet Leben“. Ängste vor der Reanimation sollen dabei abgebaut werden. Mehr Infos: www.einlebenretten.de

Bei der Herzdruckmassage geht es zur Sache: Ein Tempo von 100 bis 120 Herzmassagen pro Minute sollte eingehalten werden. Ideale Taktgeber sind der Refrain des Bee-Gee-Hits „Stayin‘ Alive“, der Song „Highway to Hell“ von AC/DC oder Helene Fischers „Atemlos“.

Im Dresdner Themenstadtplan werden 65 Defi-Standorte aufgelistet. Die App AED Locator zeigt in Sekunden Standorte von Defibrillatoren an. Zum Download: www.aed-kataster.net

Fotos: Christian Suhrbier/imago


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