Genickschuss! Unfall war ein kaltblütiger Mord

Bad Nauheim/Friedberg - Zunächst sah es aus wie ein tödlicher Verkehrsunfall, doch inzwischen steht fest: Der damals 45 Jahre alte Adem Bozkurt aus Bad Nauheim wurde ermordet.

Das Foto zeigt die vermeintliche "Unfallstelle" im Jahr 1997.
Das Foto zeigt die vermeintliche "Unfallstelle" im Jahr 1997.  © Polizeipräsidiums Mittelhessen

Der angebliche "Unfall" ereignete sich am frühen Morgen des 8. April 1997 in der Wintersteinstraße bei Ober-Mörlen unweit von Friedberg in Hessen.

Als die Polizei vor Ort eintraf, fanden die Beamten den Toten in seinem schwarzen BMW 518i, wie das Polizeipräsidiums Mittelhessen und die Staatsanwaltschaft Gießen am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten.

Das Auto war gegen einen Baum geprallt. Alles deutete zunächst auf einen "Alleinunfall ohne Fremdbeteiligung" hin. Daher wurde auch die Leiche des 45-Jährigen zunächst nicht obduziert. Schon wenige Tage später wurde der Türke von seinen Verwandten nach Izmir überführt und dort beerdigt.

Um den Jahreswechsel 2014/15 herum meldete sich jedoch Zeugen, deren Aussagen ein neues Licht auf den Fall warfen: Plötzlich stand der Vorwurf im Raum, Adem Bozkurt sei ermordet worden, wie es in der Mitteilung vom Donnerstag weiter heißt.

Zunächst sah alles wie ein Unfall aus.
Zunächst sah alles wie ein Unfall aus.  © Polizeipräsidiums Mittelhessen

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei leiteten "umfangreiche Ermittlungen" ein, bei denen sich der Verdacht immer mehr erhärtete.

Schließlich reichten die Hinweise aus: Die Leiche des Bad Nauheimers wurde in der Türkei exhumiert und untersucht.

Das Ergebnis war eindeutig. Adem Bozkurt wurde offenbar durch einen Genickschuss getötet. Der vermeintliche "Unfall" war nur vorgetäuscht.

Auch ein mögliches Mordmotiv konnte ermittelt werden. Eine "geschäftliche Konkurrenzsituation im Bereich der Bewirtschaftung von Toilettenanlagen an Autobahnraststätten" sei vermutlich der Hintergrund der Tat, sagte ein Sprecher.

Mehrere Beschuldigte wurden im Jahr 2016 festgenommen und befragt. Es ergab sich jedoch kein dringender Tatverdacht.

Die Ermittlungsbehörden habe sich daher am Donnerstag an die Öffentlichkeit gewandt. Zeugen die Angaben zu dem vorgetäuschten Unfall im Jahr 1997 oder zu dem Mord machen können, sollen sich unter der Telefonnummer 06031601234 mit der Polizei in Friedberg in Verbindung setzen.

Für Angaben die zur Ermittlung und Ergreifung des Täters führen, wurde eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Die Grafik zeigt die übliche Fahrstrecke des Toten und die vermeintliche "Unfallstelle".
Die Grafik zeigt die übliche Fahrstrecke des Toten und die vermeintliche "Unfallstelle".  © Polizeipräsidiums Mittelhessen

Titelfoto: Polizeipräsidiums Mittelhessen


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