Lehrer-Mangel an Grundschulen, was macht die Regierung?

Grundschullehrer werden in Hessen händeringend gesucht (Symbolbild).
Grundschullehrer werden in Hessen händeringend gesucht (Symbolbild).  © dpa/Peter Steffen

Wiesbaden - Im Kampf gegen den Mangel an Grundschullehrern setzt Hessen nun auch auf Studenten, die einen Abschluss für ein anderes Lehramt in der Tasche haben.

Ab 1. November steht das Referendariat an Grundschulen bis zu 50 Absolventen des 1. Staatsexamens für Gymnasien, Haupt- und Realschulen offen, wie Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Freitag in Wiesbaden sagte.

Bisher war der Wechsel an eine der knapp 1100 hessischen Grundschulen erst nach dem Referendariat an einer weiterführenden Schule und zusätzlichen Fortbildungen möglich.

Das Grundschulreferendariat wolle man längerfristig öffnen, sagte Lorz. Zunächst müssten aber Erfahrungen gesammelt werden. Nötig seien dann auch Anpassungen in der Lehrerausbildung.

Hessen hat ein Problem, die Stellen für Grundschullehrer zu besetzen (TAG24 berichtete). Zum Schuljahresbeginn waren noch 100 Stellen unbesetzt. Lorz zeigte sich zuversichtlich, diese Lücke in den kommenden Monaten zu füllen. An den Hochschulen gebe es ab Herbst 315 neue Ausbildungsplätze für das Lehramt an Grund- und Förderschulen, teilte das Ministerium mit.

Zum 1. Februar 2018 sind 400 neue Stellen für Sozialpädagogen an Grundschulen eingeplant. Lorz zeigte sich zuversichtlich, diese besetzen zu können. Experten beschrieben den Arbeitsmarkt als angespannt, aber nicht als leer gefegt.

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im hessischen Landtag, Wolfgang Greilich, nannte die Maßnahmen "richtig", sie kämen aber an vielen Stellen zu spät. Er äußerte sich skeptisch, ob die offenen Stellen wirklich besetzt werden können. Der Bildungsexperte der SPD-Fraktion Christoph Degen nannte die Pläne ein "Notfallpaket". Sie kämen zu spät und seien unzureichend.

Gabi Faulhaber, bildungspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, lobte die neuen Stellen für Sozialpädagogen. Sie forderte aber, Lehrer in Zukunft besser zu bezahlen.

Titelfoto: dpa/Peter Steffen


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