Schlag gegen rechtsextreme Zelle: Sollten mit diesen Waffen Ausländer angegriffen werden?

Schusswaffen, Messer und Drogen wurden sichergestellt.
Schusswaffen, Messer und Drogen wurden sichergestellt.  © Polizeipräsidium Mittelhessen

Dillenburg - Polizei und Staatsanwaltschaft haben eine rechtsextreme Zelle im Lahn-Dill-Kreis ausgehoben. Vier Männer wurden vorübergehend festgenommen, ihnen wird die "Bildung einer kriminellen Vereinigung" vorgeworfen.

Zudem wird gegen die Männer im Alter von 40, 31, 29 und 27 Jahren wegen Verstößen gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz sowie gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, teilten das Polizeipräsidium Mittelhessen und die Staatsschutz-Abteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Demnach wurden am Dienstagmorgen die Wohnungen der vier Tatverdächtigen durchsucht. Bei der groß angelegten Polizeiaktion, bei der auch Sprengstoffspürhunde und ein Rauschgiftspürhund zum Einsatz kamen, wurden "Handys, Luft-, PTB- und Schreckschusswaffen, Munition, Messer, ein Schwert, diverse Datenträger, Notebooks sowie geringe Mengen an Betäubungsmitteln" sichergestellt, heißt es in der Mitteilung.

Alle vier Tatverdächtigen sind polizeibekannt. Sie vereint "rechtspolitisches Gedankengut", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Drei der Männer sollen über Kontakte in die rechtsextremistische Szene in Deutschland verfügen, mindestens einer von ihnen wird von der Polizei den sogenannten "Reichsbürgern" zugeordnet. Die Gruppe soll sich durch das Tragen "uniformähnlicher Kleidung" und hierarchische Strukturen ausgezeichnet haben.

Aktuell gehen die Ermittlungsbehörden allerdings nicht davon aus, dass die Gruppe "Straftaten gegen Ausländer" geplant hat. Gegen die Beschuldigten wurden keine Haftbefehle erlassen.

Die Ermittlungen gegen die Männer dauern an. Insbesondere die Auswertung der Handys und Datenträger wird laut Mitteilung "eine geraume Zeit in Anspruch nehmen".

Titelfoto: Polizeipräsidium Mittelhessen


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