Zu heiß, zu viel, zu billig: Spargel-Bauern ziehen Bilanz

Weiterstadt - Wetter, Mindestlohn und zu viele Anbauflächen: Die Spargel-Bauern in Hessen blicken eine Woche vor dem offiziellen Ende der Saison am 24. Juni auf keine gute Saison zurück.

Die Verbraucher konnten sich freuen: Der Spargel war im Schnitt 1,30 Euro günstiger als im Vorjahr.
Die Verbraucher konnten sich freuen: Der Spargel war im Schnitt 1,30 Euro günstiger als im Vorjahr.  © dpa/Fabian Sommer

"Wir hatten zu viele Z's: Es war zu heiß, es gab zu viel Spargel auf einen Schlag, wir hatten zu wenig Leute für die Ernte und die Preise waren zu niedrig", sagte Rolf Meinhardt vom Arbeitskreis Spargel Südhessen der Deutschen Presse-Agentur.

Für die Verbraucher hingegen sei es wegen der günstigen Preise ein gutes Spargeljahr gewesen. Die Preise im Einzelhandel seien im Schnitt 1,30 Euro niedriger gewesen als im Vorjahr.

Insgesamt sei die Saison zu kurz gewesen, weil sie 14 Tage später als gewöhnlich begonnen habe. "Weil es dann aber so heiß war, gab es zu viel Spargel auf einmal, für den keine ausreichenden Preise erzielt werden konnten", erklärte Meinhardt weiter. Für das Abernten des vielen Spargels habe es zudem häufig nicht genügend Erntehelfer gegeben. Weil diese nach Mindestlohn bezahlt werden, bringe das die Bauern zusätzlich an ihre Grenzen.

Das Problem der niedrigen Preise sei aber auch hausgemacht: "Es wird viel zu viel Spargel angebaut, es gibt zu viele Anbauflächen, in ganz Deutschland und auch in Hessen." Diese müssten dringend reduziert werden. Laut Meinhardt wurde 1980 bundesweit nur auf rund 6500 Hektar Fläche Spargel angebaut – inzwischen sind es 28.000 Hektar.

In der besonders heißen Phase im Mai und Juni hat dann auch die Qualität des bei den Verbrauchern nach wie vor sehr beliebten Gemüses gelitten. "Bei der Hitze springen die Spargelköpfe auf, das sieht nicht gut aus und verkauft sich nicht." Ein weiterer Nachteil der Hitze: Die Menschen kochen weniger gern und essen lieber Erdbeeren oder Eis.

Ideal für eine gute Spargelernte sind laut Meinhardt Temperaturen von um die 20 Grad. Auf seinen Anbauflächen geht die Ernte noch bis zum 24. Juni weiter. Andere Bauern hätten die Saison bereits beendet.

Titelfoto: dpa/Fabian Sommer


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