"Totalausfall": Der zweitwärmste Hessen-Winter seit 1881 geht zu Ende

Hessen/Offenbach - In Hessen war der Winter der zweitwärmste seit 1881. Im Schnitt zeigte das Thermometer 3,9 Grad an. Und die kommenden Tage sollen mild werden - passend zum meteorologischen Frühlings-Anfang.

Der milde Winter sorgte dafür, dass im Dezember schon die ersten Blüten am Mainufer in Frankfurt zu sehen waren.
Der milde Winter sorgte dafür, dass im Dezember schon die ersten Blüten am Mainufer in Frankfurt zu sehen waren.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Wie der deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach mitteilte, ist der zu Ende gehende Winter ausgesprochen warm und nass gewesen.

Im Schnitt stiegen die Temperaturen auf 3,9 Grad und lagen damit deutlich über dem vieljährigen Mittel von 0,3 Grad. Spitzenreiter in dieser Statistik ist der Winter 2006/07, der ein Temperaturmittel von 4,4 Grad aufwies.

Der Winter war demnach in Hessen der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor nunmehr 139 Jahren.

Statt Schnee-Gestöber habe es im Land vor allem Regen gegeben. Es sei deutlich nasser gewesen als sonst üblich.

Laut DWD fielen rund 240 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Der vieljährige Durchschnittswert des offiziellen Vergleichszeitraums von 1961 bis 1990 liege indes bei 193 Liter.

In Hessen zeigte sich während des Winters 2019/20 den Meteorologen zufolge auch die Sonne vergleichsweise häufig. 155 Stunden habe sie in den vergangenen Monaten geschienen, das seien 19 Stunden mehr als im vieljährigen Mittel.

Außerdem war es windig im Bundesland, mit teils heftigen Folgen: Am 9. Februar drückten die Böen des Tiefs "Sabine" einen Baukran auf das Dach des Frankfurter Doms und beschädigten es (TAG24 berichtete). Der fünf Tonnen schwere Ausleger wurde mit Hilfe zweier Autokräne vom Dach gehievt.

Der meteorologische Frühlings-Anfang wird wechselhaft

Der März beginnt wolkig, aber auch mit sonnigen Abschnitten. Insbesondere am Montag muss aber auch immer wieder mit Regen gerechnet werden (Archivbild)
Der März beginnt wolkig, aber auch mit sonnigen Abschnitten. Insbesondere am Montag muss aber auch immer wieder mit Regen gerechnet werden (Archivbild)  © Bild-Montage: dpa/Frank Rumpenhorst, wetteronline.

Wie in Hessen war auch in Deutschland insgesamt der Winter laut DWD der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881.

Ein großer Teil Europas hat sich demnach zwischen November und Ende Februar dauerhaft in einer kräftigen, extrem milden Südwestströmung befunden.

"Sie sorgte in Deutschland vielerorts für einen 'Totalausfall' des Winters", erklärte der DWD in Offenbach.

Auch Niederschlag und Sonnenschein-Dauer lagen den Angaben zufolge in Deutschland deutlich über dem vieljährigen Mittel. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin war der Winter sogar der wärmste seit Messbeginn. Die DWD-Bilanz basiert auf einer ersten Auswertung von Ergebnissen der deutschlandweit rund 2000 Mess-Stationen.

Laut der Wettervorhersage des DWD bringen auch die kommenden Tage kein Schneetreiben mit sich, der Winter gehe vielmehr mild zu Ende.

Am Samstagmorgen soll es meist stark bewölkt sein. Im Laufe des Nachmittags könne es dann schauerartigen Regen geben und einzelne Gewitter. Die Höchsttemperatur rangiere zwischen 10 und 14 Grad, in Hochlagen würden maximal 8 Grad erreicht.

Zum meteorologischen Frühlingsanfang am Sonntag verziehen sich die Wolken laut DWD nicht, meist bleibt es dafür aber trocken. Es werde höchstens 8 bis 12 Grad warm, in den Bergen sei es kühler.

Tags darauf soll es wechselnd bis stark bewölkt sein und ab und an Schauer geben. Im höheren Bergland könne es schneien und glatt auf den Straßen werden. Die Höchsttemperaturen bewegten sich zwischen 8 und 11 Grad. Der Wind wehe mäßig.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst

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