Entlaufener Wolf streunt durch Hessen: Kann er lebend gefangen werden?

Homberg/Efze - Nach dem Ausbruch von Wölfen aus einem Gehege hat der Wildpark Knüll im nordhessischen Homberg (Efze) eine Fang-Strategie entwickelt.

Irgendwo in Hessen ist ein entlaufener Wolf unterwegs (Symbolbild).
Irgendwo in Hessen ist ein entlaufener Wolf unterwegs (Symbolbild).  © 123Rf/lightpoet

Fachleute wollen den verbliebenen Wolf mit Futter an einen bestimmten Ort locken, mit einem Narkoseschuss betäuben und zurück ins Gehege bringen, wie der Landkreis als Betreiber des Wildparks am Donnerstag mitteilte.

Dem Wildpark liegen inzwischen einige Meldungen von Augenzeugen vor, die den Wolf in freier Natur gesehen haben wollen. Nun habe sich ein Bewegungsprofil ergeben.

In diesem Bereich werde nun eine Futterstelle ("Luderplatz") zum Anlocken von fleischfressenden Tieren eingerichtet. Dort werden automatisch auslösende Kameras installiert, die beim Auslösen Meldungen auf die Mobilfunknummern der Experten geben. Dann sollen sie zur Fang-Aktion ausrücken. Das Tier mit scharfer Munition zu töten, sei nicht vorgesehen.

Der Landkreis machte keine Angaben zur Örtlichkeit der Wolfssichtungen, um den Plan nicht zu gefährden. Dass Schaulustige auftauchten, solle vermieden werden. Unterdessen laufen die Sicherungsmaßnahmen zur Verstärkung des Gehegzauns mit Doppelstahlmatten weiter, wie der Kreis mitteilte.

Ein Wolf wurde erschossen

Aus dem Gehege waren am Freitag zwei Wölfe ausgebrochen (TAG24 berichtete). Sie hatten mehrere Zäune passieren können und befanden sich im zu der Zeit für Besucher geschlossenen Park.

Ein Wolf sei aus Sicherheitsgründen erschossen worden, dem zweiten gelang die Flucht von der Anlage. Der Wildpark Knüll bleibt zunächst weiter geschlossen und wird nicht wie üblich am Wochenende öffnen.

"Wir wollen die Arbeiten am Gehege erst abschließen. Das im Gehege lebende Wolfsrudel steht durch die Arbeiten unter Stress und soll zunächst zur Ruhe kommen, bevor wir den Wildpark wieder öffnen", sagte Landrat Winfried Becker (SPD).

Titelfoto: 123Rf/lightpoet

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