Heuschnupfen-Alarm! Pollen in verkehrsreichen Städten besonders aggressiv

Leipzig - Schlechte Nachricht für Allergiker: 2019 droht ein besonders heftiges Pollen-Jahr zu werden. Wer in verkehrsreichen Städten wohnt, leidet nach Erkenntnissen Leipziger Wissenschaftler stärker.

Die Pollen sind wieder unterwegs: Professorin Regina Treudler nimmt bei einer Patientin einen Allergietest vor.
Die Pollen sind wieder unterwegs: Professorin Regina Treudler nimmt bei einer Patientin einen Allergietest vor.  © Stefan Straube/UKL

Seit Mitte Februar schon schwirren die kleinen fiesen Dinger in hoher Konzentration durch die Luft. Die gemessene Pollenbelastung sei für diese Jahreszeit ungewöhnlich hoch, sagt Regina Treudler (52), Chef-Allergologin am Leipziger Uniklinikum (UKL).

Die Daten beziehen die Wissenschaftler direkt vom Dach ihrer Klinik, wo eine große Pollen-Falle steht. Derzeit registriert das Gerät vor allem Hasel- und Erlenpollen. "Bei gleichbleibend warmem Wetter ist auch mit einem frühen Start des Birkenpollenflugs zu rechnen", warnt Prof. Treudler.

Aktuell erforschen die Allergologen zusammen mit Umweltwissenschaftlern, welche Auswirkung Luftverschmutzung auf Pollen-Allergien hat. Hintergrund sind Erkenntnisse der LIFE-Studie des UKL zu Zivilisationserkrankungen. "Hier haben wir innerhalb des Leipziger Stadtgebiets unterschiedliche Sensibilitätshäufigkeiten in Bezug auf Pollenallergien festgestellt", erklärt Frau Treudler. "Konkret bedeutet das, dass Menschen im Stadtzentrum häufiger und stärker unter einer Pollenallergie leiden als diejenigen, die in den Gebieten am Stadtrand wohnen."

Die Hypothese der Forscher ist, dass verkehrsbedingte Luftverschmutzung Einfluss darauf hat, wie stark allergieauslösend die Pollen sind. So könnte etwa eine Birke an einer viel befahrenen Straße stärker allergen sein als eine Birke an einer ruhigen Seitenstraße, mutmaßt Treudler.

Die Haselpollen sind bereits seit Mitte Februar unterwegs, und lassen die Nasen der Allergiker laufen.
Die Haselpollen sind bereits seit Mitte Februar unterwegs, und lassen die Nasen der Allergiker laufen.  © Arno Burgi/dpa

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