Irreführend! Pharmakonzern Hexal muss Werbung einstampfen!

München - Im Zusammenhang mit den Nahrungsergänzungsmitteln Biosan muss der Pharmakonzern Hexal bestimmte Werbeäußerungen unterlassen.

Nicht alles, was Hexal in der Werbung sagen will, ist laut OLG München auch zulässig. (Symbolbild)
Nicht alles, was Hexal in der Werbung sagen will, ist laut OLG München auch zulässig. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Einige der Botschaften einer Produktbroschüre seien irreführend und in dem von dem Unternehmen genutzten Zusammenhang falsch zu verstehen, hieß es in der Begründung des Oberlandesgerichts in München am Donnerstag.

Außerdem erzeugten die Texte teilweise einen unzulässigen Wirkungszusammenhang. Laut der Branchennews-Plattform "Apotheke Adhoc" ging es in den zahlreichen Einzelanträgen unter anderem um die Verwendung von bestimmten Werbeaussagen.

Sätze wie „aktive & natürliche Darmbakterien“, „Die Innovation jetzt auch in Deutschland“, „die bewährten Produkte“, „enthält einen einzigartigen Multi-Bakterienkomplex aus bis zu 70 Milliarden aktiven & natürlichen Darmbakterien“, „Höhere Dosis, bessere Wirkung“ sind demnach tabu.

Damit ändert das Oberlandesgericht ein Anfang März gefälltes Urteil des Landgerichts München I ab.

Das Landgericht sah in den Werbeaussagen keine irreführenden und unzulässigen Angaben. Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) hatte im Mai gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Ein weiterer Streitpunkt war am Donnerstag erneut der Name des Produkts.

Der VSW wollte mit einer einstweiligen Verfügung erreichen, dass die Bezeichnung "Bio..." für die Hexal-Produkte untersagt wird, da dieser Zusatz den Verbrauchern suggeriere, besonders natürliche Präparate zu kaufen. Dieser Forderung erteilte das Gericht allerdings auch in zweiter Instanz eine Absage.

Pleite für Pharma-Konzern vor dem Oberlandesgericht München: Hexal muss seine Werbung für einzelne Produkte abändern. (Archiv)
Pleite für Pharma-Konzern vor dem Oberlandesgericht München: Hexal muss seine Werbung für einzelne Produkte abändern. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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