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Hier begann vor 75 Jahren das Töten

Pirna - Trauriges Jubiläum: Vor 75 Jahren begann das Morden in der Euthanasie-Anstalt Pirna-Sonnenstein. 14.751 Menschen wurden kaltblütig umgebracht. Zehn Männer betreten am 28. Juni 1940 einen schwarzen Raum.
In diesem Raum starben Menschen. Wo der Lichtschein verläuft, war früher eine Wand mit Sichtfenster. Dahinter stand ein Arzt, der das Gasventil öffnete.
In diesem Raum starben Menschen. Wo der Lichtschein verläuft, war früher eine Wand mit Sichtfenster. Dahinter stand ein Arzt, der das Gasventil öffnete.

Von Antje Meier

Pirna - Trauriges Jubiläum: Vor 75 Jahren begann das Morden in der Euthanasie-Anstalt Pirna-Sonnenstein.
14.751 Menschen wurden kaltblütig umgebracht.

Zehn Männer betreten am 28. Juni 1940 einen schwarzen Raum. Sie sollen duschen. Doch anstelle von Wasser strömt Kohlenmonoxid-Gas herein. Durch einen Sehschlitz in der Wand beobachtet ein Arzt den langen Todeskampf der Männer.

Dann sind sie tot – die ersten Opfer der „Euthanasie“-Anstalt Pirna-Sonnenstein.

Danach begann das staatlich organisierte Töten – von Kranken, Invaliden und arbeitsunfähigen KZ-Häftlingen. Mit der Rechtfertigung, „unwertes Leben“ auszulöschen.

Einst für humanistische Therapien in aller Welt bekannt, wurde die Anstalt Pirna-Sonnenstein unter Adolf Hitler zum Schreckensort für Tausende Menschen.
Einst für humanistische Therapien in aller Welt bekannt, wurde die Anstalt Pirna-Sonnenstein unter Adolf Hitler zum Schreckensort für Tausende Menschen.

Über Leben und Tod entschied dabei ab 1940 die Organisation „T4“, benannt nach ihrem Dienstsitz in der Berliner Tiergartenstraße 4. Grundlage bildeten Meldebögen, die psychiatrische Anstalten, Alters- und Pflegeheime ausfüllen mussten.

Wer als lebensunwert eingestuft wurde, kam in eine der sechs Tötungsanstalten. „Vor der Vergasung legte ein Arzt die Todesursache fest, die später den Angehörigen mitgeteilt wurde“, erzählt Hagen Markwardt (33), wissenschaftlicher Referent der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein.

Häufigste Todesursachen: Herzinfarkt, Lungen- und Blinddarmentzündung. Nach dem Gas-Tod wurden die Leichen verbrannt. Der dabei aufsteigende Rauch war beißend und weithin sichtbar.

„Die Bevölkerung muss etwas mitbekommen haben“, meint Markwardt. Danach wird die Asche hinter dem Tötungstrakt verstreut. „Wenn Angehörige später die Asche haben wollten, wurde irgendwelche Asche in eine Urne gefüllt.“

Am 24. August 1941 endete schließlich das Morden auf Sonnenstein – auf Geheiß Hitlers. Denn die Menschen in Nazi-Deutschland wurden unruhig.

Innerhalb von nur 14 Monaten starben auf dem Sonnenstein 14.751 Menschen zwischen zwei und 86 Jahren. In allen „Euthanasie“-Anstalten waren es 70.273 Opfer.

Drei Opfer, die für viele stehen

Wichard Erdmann von Heynitz (1921-1941) , in Dresden geboren, kam im Mai 1937 auf ärztlichen Rat wegen „angeborenen Schwachsinns“ in die Behindertenanstalt Heidehof.

Fast vier Monate nach seiner Verlegung in die Zwischenanstalt Großschweidnitz wurde er 1941 mit 78 weiteren Patienten nach Pirna-Sonnenstein gebracht.

Wohl noch am selben Tag, dem 8. Mai 1941, starb er in der Gaskammer. Als Todesursache wurde Grippe und Kreislaufschwäche angegeben.

Marie Lange (1906-1940) , in Bad Kudowa (Schlesien) als Marie Stephan geboren, wurde im Oktober 1935 mit der Diagnose Schizophrenie in die Landesanstalt Pirna-Sonnenstein eingewiesen.

Nach Auflösung der Heil- und Pflegeanstalt wurde sie zunächst in die Psychiatrie Leipzig-Dösen, im August 1940 dann nach Arnsdorf verlegt. Am 27. November 1940 trat sie ihre letzte Reise nach Sonnenstein an. Am selben Tag wurde sie ermordet. Sie hinterließ zwei Töchter.

Fritz Walter Schubert (1906-1940) , in Pirna geboren, wurde mehrfach wegen Schizophrenie in die Heilanstalt Sonnenstein eingewiesen.

Erstmals 1927 für wenige Monate. Ein akuter Schub führte dann 1933 zur erneuten Aufnahme.

Erst 1935 wurde er nach seiner Sterilisation entlassen. 1936 wurde er wieder eingewiesen. Mit der Schließung der Anstalt kam er 1939 nach Arnsdorf.

Ein Jahr später, am 28. August 1940, kehrte er letztmalig nach Sonnenstein zurück – sein Todestag.

Angehörige suchen nach der Wahrheit

Auf der großen Gedenktafel mit tausenden Opfer-Namen im Hintergrund fanden Ingrid (74) und Klaus Aster (77) den lange vermissten Vater.
Auf der großen Gedenktafel mit tausenden Opfer-Namen im Hintergrund fanden Ingrid (74) und Klaus Aster (77) den lange vermissten Vater.

Klaus Aster (77) hat Tränen in den Augen, als er von seinem Vater, Martin Aster (1899-1940), erzählt. Lange war er verschollen. „Erst im Nachlass meiner Mutter fanden wir eine Benachrichtigung, dass er 1941 in Hartheim an einer Lungenentzündung gestorben sei“, erzählt Klaus Aster.

Als er dann mit Frau Ingrid (74) im Jahr 2005 in Hartheim nachforschte, gab’s eine Überraschung: „Der Name meines Vaters tauchte in den Akten nicht auf.“ Keine Seltenheit: Denn oft wurden falsche Sterbeorte angegeben, um die Angehörigen fern zu halten.

Klaus Aster: „Wir haben dann erfahren, dass mein Vater in Pirna-Sonnenstein ums Leben kam.“ Aus Waldheim war er dorthin gebracht worden. „Warum er dort war, wissen wir nicht.“

Die Morgenpost am Sonntag bat deshalb die Gedenkstätte um Hilfe. Die fand heraus: Martin Aster war zuvor im Alters- und Pflegeheim Technitz untergebracht. Er litt an progressiver Paralyse, einer Gehirnerkrankung.

Nicht jeder Täter musste büßen

Beim Dresdner "Euthanasie"-Prozess sitzen Krankenschwestern und Pfleger auf der Anklagebank, aber keine Ärzte.
Beim Dresdner "Euthanasie"-Prozess sitzen Krankenschwestern und Pfleger auf der Anklagebank, aber keine Ärzte.

Nur wenige Täter vom Sonnenstein wurden nach dem Krieg zur Verantwortung gezogen, etwa im Dresdner „Euthanasie“-Prozess, der am 16. Juni 1947 im Landgericht Dresden begann.

Auf der Anklagebank saßen 19 Beteiligte vom Sonnenstein und der Landesanstalt Großschweidnitz.

Die Pfleger Hermann Felfe und Ehrhard Gäbler, „Euthanasie“-Obergutachter Hermann Paul Nitsche und der Leiter der Zwischenanstalt Arnsdorf, Ernst Leonhardt, wurden zum Tode verurteilt.

Leonhardt und Felfe begingen Selbstmord. Nitsche und Gäbler wurden am 25. März 1948 hingerichtet.

Erst 20 Jahre später stand auch ein Sonnensteiner Arzt, Klaus Endruweit, vor Gericht. Er wurde freigesprochen. Alle Tötungsärzte waren nach dem Krieg wieder als Ärzte tätig.

Gottlieb Hering (1887-1945)
Gottlieb Hering (1887-1945)

Gottlieb Hering (1887-1945) steht stellvertretend für viele Sonnensteiner Mitarbeiter, die nach der Schließung der Tötungsanstalt 1941 ihr „Können“ in den Vernichtungslagern anwendeten – meist in höherer Position.

So beurkundete Gottlieb Hering noch 1940 im Standesamt von Sonnenstein die Morde.

Ab August 1942 war er der Kommandant des Vernichtungslagers Belzec. Er starb kurz nach Kriegsende an einer Erkrankung.

Ausstellung will erinnern

Im Warteraum zur Gaskammer erinnern heute 22 Biographien an das Schicksal Tausender.
Im Warteraum zur Gaskammer erinnern heute 22 Biographien an das Schicksal Tausender.

Seit den 1990er-Jahren erforscht die Gedenkstätte die Spuren der Krankenmorde auf Sonnenstein, eröffnete im Jahr 2000 ihre Ausstellung.

Im Keller des Hauses C16, das bis 1939 eine Männerkrankenstation war, wurde ab 1940 ein Tötungstrakt eingerichtet – mit Gaskammer, zwei Verbrennungsöfen und Schornstein.

Heute sind davon nur Reste geblieben. Die Nazis versuchten, ihre Spuren zu verwischen.

Doch es braucht wenig Fantasie, um zu erahnen, welch schreckliche Verbrechen hier verübt wurden.

Fotos: Eric Münch (4)/Repro "Zeit im Bild"/privat

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