An diesen Orten ist Dresden echt zum Fürchten!

Illustrator Thomas Zahn (47, li.) und Autor Mario Sempf (47) knien am Kreuz von Ritter Jonas Daniel an der Haltestelle Moritzburger Weg.
Illustrator Thomas Zahn (47, li.) und Autor Mario Sempf (47) knien am Kreuz von Ritter Jonas Daniel an der Haltestelle Moritzburger Weg.

Von Katrin Koch

Dresden - Die Halfpipe an der Lingnerallee verschwimmt mit dem dunklen Himmel. Schummriges Licht legt sich über den menschenleeren Platz. Gänsehaut-Stimmung macht sich breit. Denn dort, wo tags Skater und Boarder ihre Tricks üben, befanden sich vor 1860 die Gräber des Johanniskirchhofs.

Das alte Gräberfeld ist nur ein schauriger Platz in Dresden. Es gibt weit mehr Orte, an denen Ihnen die Haare zu Berge stehen!

Autor Mario Sempf (47) und Illustrator Thomas Zahn (47) haben sie in ihrem Buch „Dresden zum Gruseln“ aufgelistet.

Wo es Euch noch kalt über den Rücken läuft:

Auf dem Neumarkt stand einst das „Narrenhäuschen“, in dem auch der Säufer Paul Donyn anno 1417 acht Tage ausharren musste.
Auf dem Neumarkt stand einst das „Narrenhäuschen“, in dem auch der Säufer Paul Donyn anno 1417 acht Tage ausharren musste.
  • Haltestelle Linie 7, Moritzburger Weg: Das alte Steinkreuz erinnert an Ritter Jonas Daniel, der hier 1402 in einen Hinterhalt gelockt, mit dem Schwert erschlagen wurde.
  • Königsbrücker Straße/Ecke Katharinenstraße: „169 Jahre lang - anno 1563 bis 1732 - war hier die Dresdner Richtstätte mit Galgen, Rad und Brandsäule“, weiß Sempf.
  • Stetzscher Straße: Sie war damals der „Leichenweg“, auf dem die Verurteilten ihren Gang zur Richtstatt antraten.
  • World Trade Center: In dessen Nähe befand sich eine weitere Richtstätte, der „Rabenstein“. „Hier wurde die Hexe Heidine Wiedemann wegen eines Fluchzaubers 1585 bei lebendigem Leibe verbrannt“, so Sempf.
„Wer diese Brückenfreiheit bricht, dem wird seine Frevelhand gericht’“, stand auf jenem Steinbock gemeißelt, der im Mittelalter auf der Dresdner Brücke zur Ruhe mahnte.
„Wer diese Brückenfreiheit bricht, dem wird seine Frevelhand gericht’“, stand auf jenem Steinbock gemeißelt, der im Mittelalter auf der Dresdner Brücke zur Ruhe mahnte.
  • Neumarkt: Hier stand im Mittelalter ein Narrenhäuschen vor der alten Frauenkirche. „In dem massiven hölzernen Käfig wurden Trunkenbolde und Gassenbuben eingesperrt“, erzählt Zahn. Und manch Lokal hat sprichwörtlich Leichen im Keller: Auf dem Neumarkt fand man 500 Begräbnisstellen.
  • Eliasfriedhof am Sachsenplatz: Hier wurden die Leichen der Pesttoten, Hingerichteten und Selbstmörder verscharrt. Zwischen 1349 und 1680 rafften mehrere Pestepidemien etwa 15 000 Dresdner hin.
  • Augustusbrücke - im Mittelalter stand auf ihrer Vorgängerin ein Steinklotz: Wer den friedlichen Brückenverkehr störte, dem wurde die Hand abgehackt.

Live-Tour zu allen Orten

Wer die düsteren Orte selbst in Augenschein nehmen will, kann eine Live-Grusel-Tour mit Mario Sempf über das Restaurant „Pulverturm“ (Tel. 0351/26 26 00) durch Dresden buchen.

Alle diese schauerlichen Plätze und noch rund 40 mehr sind im Taschenbuch „Dresden zum Gruseln“ (Alwis Verlag, 46 Seiten, 5,95 Euro) aufgeführt.

In der Nähe des heutigen WTC wurden am „Rabenstein“ vor Jahrhunderten Hexen verbrannt und Verurteilte gehängt.
In der Nähe des heutigen WTC wurden am „Rabenstein“ vor Jahrhunderten Hexen verbrannt und Verurteilte gehängt.

Fotos: Eric Münch


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