Killer-Kommissar: "Ich muss mit dem Schlimmsten rechnen."

Verteidiger Endrik Wilhelm (53) zweifelt an der Zuständigkeit der Kammer.
Verteidiger Endrik Wilhelm (53) zweifelt an der Zuständigkeit der Kammer.

Dresden - Zweite Runde im Prozess um Killer-Kommissar Detlev G. (58): Das Dresdner Landgericht hatte den Schriftsachverständigen des Landeskriminalamts wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. 

Doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Und so begann der Prozess am Dienstag mit neuen Richtern von vorn.

Der Polizist soll vor drei Jahren CDU-Politiker Wojciech S. (†59) in seinem Folterkeller erhängt, vor laufender Kamera zerstückelt und sich an dem Massaker sexuell erregt haben. Während Detlev G. bereits gestanden hat, den Leichnam in seiner Pension im Gimmlitztal zerschnitten zu haben, bestritt er den Mord bis zuletzt.

Von der Neuauflage verspricht sich der Angeklagte selbst nicht zu viel: „Sie werden alles versuchen“, sagt er mit Blick auf die neue Strafkammer, die nun seinen Fall verhandelt. 

„Ich muss mit dem Schlimmsten rechnen.“

Sein Verteidiger Endrik Wilhelm (53) hatte ebenfalls Probleme mit der 5. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Hans Schlüter-Staats (54): Die Kammer sei nicht zuständig, da sie vorrangig eine Wirtschaftsstrafkammer sei, aber keine - wie vom Bundesgerichtshof gefordert - Schwurgerichtskammer. Das Gericht selbst lehnte die Rüge nach kurzer Unterbrechung ab und ließ die Anklage verlesen.

Da Detlev G. sich - wie schon im ersten Prozess - vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern will, wurden noch einige Schriftsätze verlesen. Beim nächsten Termin sollen dann sein Gutachter und ein Polizist aussagen.

Zum zweiten Mal sitzt der mutmaßliche Mörder Detlev G. (58) auf der Anklagebank.
Zum zweiten Mal sitzt der mutmaßliche Mörder Detlev G. (58) auf der Anklagebank.  © Ove Landgraf

Titelfoto: Ove Landgraf