Hier steigt die Zahl der Hunde-Attacken auf Menschen plötzlich wieder massiv an!

Kiel - In Schleswig-Holstein sind wieder mehr Attacken von Hunden auf Menschen registriert worden.

Ein Hund bellt und fletscht die Zähne. In Schleswig-Holstein sind mehr Attacken von Hunden registriert worden. Das hat auch mit einer Gesetzesänderung zu tun.
Ein Hund bellt und fletscht die Zähne. In Schleswig-Holstein sind mehr Attacken von Hunden registriert worden. Das hat auch mit einer Gesetzesänderung zu tun.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

217 Beißvorfälle erfassten die Behörden nach Angaben des Innenministeriums 2017 und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor. Da waren es bloß 107!

Die Zahl der Angriffe von 2016 war allerdings auch die niedrigste überhaupt, schaut man sich die zehnjährige Geschichte der Statistik genauer an.

Allerdings schwankte die Zahl sonst viel weniger extrem, nämlich ungefähr zwischen 140 und 170 Angriffsfällen.

An der Spitze der "Beißstatistik" standen 2017 erneut diejenigen Hunde, die in Schleswig-Holstein am häufigsten gehalten werden: Schäferhunde, Jack Russel Terrier, Labrador und Kreuzungen mit diesen.

Auch Mischlingshunde fielen zahlenmäßig auf, da sie ebenfalls besonders oft gehalten werden.

Die Zahlen für 2018 lassen laut Innenministerium nach Auswertung der bisher von 13 Kreisen vorliegenden Zahlen ein ähnliches Ergebnis erwarten.

Hannover 2018: Der Staffordshire-Terrier-Mischling "Chico" steht in einem Gehege im Tierheim. Nach der tödlichen Attacke auf zwei Menschen wurde der Hund eingeschläfert.
Hannover 2018: Der Staffordshire-Terrier-Mischling "Chico" steht in einem Gehege im Tierheim. Nach der tödlichen Attacke auf zwei Menschen wurde der Hund eingeschläfert.  © Holger Hollemann/dpa

Das Innenministerium verwies darauf, dass seit 2016 eine neue Rechtslage gilt, die den Behörden deutlich mehr Spielraum in der Auswertung der Attacken gebe – allein dadurch könnten offenbar mehr Fälle erfasst worden sein, die dann erschwerend in die Zahlen der Statistik eingeflossen sein könnten.

Nach dem bis 2015 geltenden Gefahrhundegesetz hätten die Kommunen allein jene Fälle registriert und weitergeleitet, die zu einer Einstufung eines Hundes als "gefährlich" geführt haben.

Das ist jetzt anders: Nach der neuen Rechtslage könnten sie Beißvorfälle danach bewerten, ob diese eine Einstufung rechtfertigen oder ob niedrigschwelligere Maßnahmen wie ein Leinenzwang angemessen sind.

Damit werden nun folglich auch Verdachtsfälle registriert, die nicht zwangsläufig zu einem sogenannten Einstufungsverfahren führen. Dass passiert beispielsweise immer dann, wenn ein gemeldeter Biss medizinisch nicht nachweisbar ist oder ein Hergang nicht eindeutig bewiesen werden kann.

2017 wurde bei 480 registrierten Hundevorfällen mehr als 200 Mal kein Einstufungsverfahren eröffnet. In diesen Zahlen sind auch Angriffe auf andere Hunde enthalten, nicht nur auf Menschen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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