Mit Mülltüte überm Kopf tot aufgefunden: Mann soll Ehefrau ermordet haben

Hildesheim/Lauenau/Bückeburg - Im erneuten Mordprozess gegen einen Handwerksmeister aus Lauenau, der seine Ehefrau für ein Leben mit seiner Geliebten getötet haben soll (TAG24 berichtete), steht am Landgericht Hildesheim am Donnerstag die entscheidende Zeugenbefragung an.

Die Handschellen werden dem Angeklagten zu Beginn eines Revisionsprozesses im Gerichtssaal im Landgericht abgenommen.
Die Handschellen werden dem Angeklagten zu Beginn eines Revisionsprozesses im Gerichtssaal im Landgericht abgenommen.  © DPA

Gehört werden soll die Geliebte, die im ersten Prozess aussagte, sie habe mitbekommen, wie der Mann die Frau im Mai 2015 in seinem Haus in Lauenau im Schaumburger Land erschlagen habe.

Trotz Widersprüche in den Schilderungen der Frau hatte das Landgericht Bückeburg den 47-Jährigen im ersten Prozess wegen Totschlags zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Mann hatte bis zum Schluss seine Unschuld beteuert.

Weil einem Einwand der Verteidigung nicht nachgegangen wurde, gab der Bundesgerichtshof einem Revisionsantrag statt. Seit Oktober wird die Gewalttat erneut vor dem Gericht in Hildesheim verhandelt.

Am Donnerstag will das Gericht die Geliebte nun abermals zu ihren Beobachtungen der Tat befragen. Zum Auftakt des neu aufgerollten Mordprozesses schwieg der Angeklagte zu dem Gewalttod seiner Frau.

Zunächst waren die Fahnder von einem Raubmord ausgegangen, als die 42-Jährige niedergeschlagen und mit Mülltüten über dem Kopf tot im Flur des Wohn- und Geschäftshauses gefunden wurde.

Zum Tatzeitpunkt war der Mann vorgeblich unterwegs zur Schule, um die siebenjährige Tochter abzuholen, mit der er noch ein Eis essen ging, ehe er den grausigen Fund daheim der Polizei meldete.

Nach wochenlangen Ermittlungen mit abgehörten Telefonaten nahmen die Fahnder den Mann fest. Später ging das Gericht von einem Totschlag im Affekt aus.

Die Verteidigern Matthias Doehring (l.) und Christoph Hessel (r.) unterstützen den angeklagten Handwerksmeister.
Die Verteidigern Matthias Doehring (l.) und Christoph Hessel (r.) unterstützen den angeklagten Handwerksmeister.  © DPA

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