Hiobsbotschaft kurz vor Weihnachten: Stahl- und Brückenbau Niesky ist pleite

Niesky - Das ist eine böse Bescherung für Ostsachsen: Stahl- und Brückenbau Niesky hat Insolvenz angemeldet. Damit geht eine Firmentradition zu Ende, die 1835 begann. Doch es blitzt noch ein Fünkchen Hoffnung.

Im "Stahl- und Brückenbau Niesky" arbeiten hochspezialisierte Kräfte, die Firma hat einen exzellenten Ruf in der Branche. Trotzdem soll im Januar Schluss ein.
Im "Stahl- und Brückenbau Niesky" arbeiten hochspezialisierte Kräfte, die Firma hat einen exzellenten Ruf in der Branche. Trotzdem soll im Januar Schluss ein.  © Andre Schulze

"Über das Vermögen der Firma wurde am 2. Dezember das Insolvenzverfahren eröffnet", bestätigt Harald Stützer.

Er ist Geschäftsführer der Firmenmutter DFA Industriemontagen aus Meerane. Insolvenzverwalter, so Stützer, ist der Dresdner Rechtsanwalt Ralf Hage. Betroffen wären 120 Jobs.

Stützer: "Soweit wir unterrichtet sind, werden in den kommenden Wochen noch Aufträge seitens des Insolvenzverwalters abgearbeitet."

Danach werde Hage entscheiden, ob eine Sanierung des Unternehmens möglich ist. "Nach derzeitiger Prognose ist es eher unwahrscheinlich, dass das insolvente Unternehmen an sich saniert wird." Ob und wie es anderweitige Auffanglösungen gebe, sei offen.

Nicht ganz: Laut Jan Otto (38) von der zuständigen IG Metall gibt es "realistische Chancen" für eine Qualifizierungs- und Auffanggesellschaft.

Stahl- und Brückenbau Niesky vor allem durch Errichtung der Waldschlösschenbrücke bekannt

Jan Otto (38) von der IG Metall.
Jan Otto (38) von der IG Metall.  © DPA/Jens Trenkler

Chancen hätten die Kollegen wohl auch im Waggonbau Niesky. Der Gewerkschafter macht unter anderem die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand für die Pleite verantwortlich.

Zugleich aber gebe es einen "massiven Investitionsrückstau", heißt es an die Adresse der DFA. Andererseits habe die Mutter jüngst Kaufinteressenten abgelehnt.

Dazu äußert sich Stützer nicht. Auch nicht, ob, wie von Otto vermutet, Meerane die Tochter am Ende selbst übernimmt.

Stahl- und Brückenbau Niesky ist vor allem durch die Errichtung der Waldschlößchenbrücke in Dresden bekannt.

Nachforderungen daraus sollen das Unternehmen stark belastet haben. Bestätigen will das niemand. Aus dem Dresdner Rathaus heißt es nur:

"Die Schlussrechnung für den Bau ... ist seit Sommer 2018 festgestellt und die Baumaßnahme abgerechnet." Verwiesen wird auf die "Arbeitsgemeinschaft Waldschlößchenbrücke", die es allerdings so nicht mehr gibt.

Am Bau der Dresdner Waldschlößchenbrücke war die Firma maßgeblich beteiligt.
Am Bau der Dresdner Waldschlößchenbrücke war die Firma maßgeblich beteiligt.  © Thomas Türpe

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