Hitze in Sachsen: Sieben Dinge, die uns am Sommer nerven

Mit dem Wachsen der Seenlandschaft um Leipzig und in der Lausitz gibt es auch immer mehr Gewässer, die zum Schutz von Badenden überwacht werden müssen.
Mit dem Wachsen der Seenlandschaft um Leipzig und in der Lausitz gibt es auch immer mehr Gewässer, die zum Schutz von Badenden überwacht werden müssen.

Der Sommer meint es in diesem Jahr gut mit Sachsen. Bislang hat er sich mächtig ins Zeug gelegt, die Quecksilbersäule kletterte mehrfach über die 30-Grad-Marke. Doch Sonne und Hitze haben auch ihre Schattenseiten.

STRESS FÜR HANDWERKER: "Hitze bedeutet für die Monteure oft Überstunden", sagt Wilfried Otto, Obermeister der Sächsischen Innung für Klima- und Kältetechnik. Besonders ab Temperaturen über 35 Grad mache die Kältetechnik schnell mal schlapp. Eile sei geboten, wenn zum Beispiel in einem Nahrungsmittelbetrieb die Technik ausfällt. Im Schnitt steige in Hitzeperioden das Arbeitspensum der Beschäftigten in den gut 60 Betrieben der Branche in Sachsen um zehn bis 15 Prozent.

SCHWITZEN IM KNAST: Dauerhaftes Durchlüften ist für die Strafgefangenen der Justizvollzugsanstalt Zeithain bei Riesa aus baulichen Gründen nicht möglich. "Es ist keine schöne Zeit, Klimaanlagen in den Zellen gibt es nicht", berichtet ein Sprecher. Sonderausgänge wegen der Hitze seien nicht möglich. "Wenn wir einigen Häftlingen mehr Ausgänge zubilligen, müssen aus Sicherheitsgründen andere in der Zelle bleiben." Aber die Insassen könnten sich Ventilatoren kaufen.

Mit Beginn der Sommerferien wurden in den Kommunen ganze Straßen aufgrund von Bauarbeiten gesperrt.
Mit Beginn der Sommerferien wurden in den Kommunen ganze Straßen aufgrund von Bauarbeiten gesperrt.

MEHR KONTROLLEN AUF AUTOBAHNEN: Die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien müssen bei hohen Temperaturen zweimal statt einmal täglich zur Kontrolle der Pisten ausrücken. "Bei großer Hitze bilden sich beim Übergang des Belages von Asphalt zu Beton kleine Buckel, die vor allem Motorradfahrern gefährlich werden können", sagt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Dresden. Die Buckel könnten aber schnell weggefräst werden. Die Leute müssten doppelt kontrollieren, wenn nachts die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken.

BAUSTELLEN IN DEN STÄDTEN: Mit Beginn der Sommerferien wurden in den Kommunen ganze Straßen aufgrund von Bauarbeiten gesperrt. Autofahrer sind genervt und müssen zum Teil lange Umleitungen in Kauf nehmen. In Leipzig sind es die wichtigen Trassen Karl-Liebknecht-Straße und Eisenbahnstraße, in Chemnitz die Annaberger Straße und die Neefestraße.

TIERE LEIDEN: Besonders Meerschweine und Kaninchen leiden unter der Hitze. Sie können nicht schwitzen und auch nicht hecheln wie Hunde, erläutert Lydia Engel von der Tierarztpraxis Stephan Kraa und Wolf Leukert in Leipzig. Es habe auch schon Todesfälle gegeben. Besitzer sollten die Tiere nicht auf dem Balkon, sondern im Kühlen halten.

Das ausgetrocknete Flussbett der Elbe in Dresden.
Das ausgetrocknete Flussbett der Elbe in Dresden.

FEHLENDE RETTUNGSSCHWIMMER: Mit dem Wachsen der Seenlandschaft um Leipzig und in der Lausitz gibt es auch immer mehr Gewässer, die zum Schutz von Badenden überwacht werden müssen. "Das können wir kaum noch alles abdecken", sagt der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Sachsen, Christian Althaler. Es würden dringend noch ein paar hundert Helfer gebraucht. Derzeit gebe es 3500. Sie stünden nicht nur bei Einsätzen im Wasser bereit. Die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer leisteten auch Erste Hilfe bei Insektenstichen, kleineren Verletzungen, Kreislaufzusammenbrüchen und Herzstillständen.

WETTERPROGNOSEN: "Die Vorhersagen im Sommer sind schwieriger als beispielsweise im Winter", sagt Florian Engelmann, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Das hänge damit zusammen, dass häufiger Schauer und Gewitter auftreten. Oftmals ist dabei nicht exakt zu prognostizieren, wo sie niedergehen. "Doch besonders Kunden, die vom Wetter abhängig sind, brauchen genaue Vorhersagen, da Sommergewitter sehr intensiv sein und schwerwiegende Folgen haben können."

Fotos: dpa


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