Hochhaus-Diskussion: Wie viel Meter verträgt die Dresdner City?

Dresden - Die Landeshauptstadt soll geregelt in die Höhe wachsen: Damit das Stadtbild nicht durch Wohntürme entstellt wird, arbeiten Experten an einem Hochhausleitbild für Dresden. Ende des Jahres soll das dann zur Abstimmung in den Stadtrat.

Mit 56 Metern ist das "Pullman" an der Prager Straße Dresdens höchstes Hotel.
Mit 56 Metern ist das "Pullman" an der Prager Straße Dresdens höchstes Hotel.  © Imago

Aktuell gibt es in Dresden rund 200 Häuser, die höher sind als 30 Meter. Tendenz steigend. Die meisten davon stehen in der Innenstadt, aber auch in den Plattenbausiedlungen in Gorbitz oder Prohlis.

Aktuell wird über Bauvorhaben wie das DREWAG-Hochhaus (55 Meter) am Kraftwerk Mitte oder den Rathaus-Neubau am Ferdinandplatz gestritten.

Ursprünglich als 60-Meter-Turm geplant, wurde der Hochpunkt zuletzt auf 43 Meter begrenzt. Dem Landesamt für Denkmalschutz ist aber auch das zu hoch.

Seit Anfang Mai analysiert Städtebauer Christian Blum (42) nun gemeinsam mit seinem Team und Architekturhistoriker Christoph Schläppi (54), was Dresden städtebaulich ausmacht.

Städtebauer Christian Blum (42) aus Zürich (links) und Architekturhistoriker Christoph Schläppi (54) aus Bern (rechts)
Städtebauer Christian Blum (42) aus Zürich (links) und Architekturhistoriker Christoph Schläppi (54) aus Bern (rechts)  © Steffen Füssel

Dazu führten die beiden Schweizer bereits Interviews mit lokalen Architektur-Experten und untersuchten den Bestand an Hochhäusern im Stadtgebiet sowie deren Verteilung.

"Es gibt ein komplexes Bild von Hochhäusern und Landmarken in Dresden", so Blums Fazit zum Ende des ersten Projekt-Moduls.

"Die Altstadt hat eine heterogene Silhouette mit unterschiedlichen Höhen, ganz anders verhält es sich mit den Siedlungen."

Im nächsten Schritt soll nun erörtert werden, wo in der Stadt überhaupt Hochhäuser gebaut werden können.

Es ist geplant, dabei auch klar zu definieren, welche Bereiche dafür überhaupt nicht infrage kommen. "Ziel des Leitbildes ist es, eine fachliche Grundlage für künftige Entscheidungen zu liefern", erklärt Blum.

Grünen-Stadtrat Thomas Löser (47) fordert indes, dass das Hochhausleitbild auch rechtsverbindlich wird, damit der Schutz der Altstadtsilhouette und die Bewahrung der historischen Sichtachsen gesichert sind.

Der neu gewählte Stadtrat soll dann am Ende des Jahres das Leitbild beschließen.

Am Straßburger Platz entsteht gerade ein neues Wohnhochhaus mit 65 Wohnungen.
Am Straßburger Platz entsteht gerade ein neues Wohnhochhaus mit 65 Wohnungen.  © Steffen Füssel

Rätselraten um das Gammel-Hochhaus am Pirnaischen Platz

Kein schöner Anblick: Der einstige sozialistische Prachtbau an der Grunaer Straße vergammelt.
Kein schöner Anblick: Der einstige sozialistische Prachtbau an der Grunaer Straße vergammelt.  © Steffen Füssel

Wann beginnen endlich die Bauarbeiten am heruntergekommenen 14-Geschosser am Pirnaischen Platz?

Seit März vergangenen Jahres steht der einstige sozialistische Prachtbau an der Grunaer Straße schon leer. Wegen mangelhaften Brandschutzes mussten alle Mieter raus.

"Im Frühsommer wurde dem Investor die Baugenehmigung erteilt", so Anja Heckmann (49) vom Stadtplanungsamt. "Sie gilt für drei Jahre." Allerdings: Seitdem hat sich nichts getan.

Selbst die Kontaktaufnahme mit dem Investor, einer Immobilienfirma mit Sitz in Berlin, gestalte sich schwierig. "Wir wissen nicht, warum bisher nichts passiert ist", so Heckmann weiter.

"Aber wir wollen die Hintergründe des noch ausstehenden Baubeginns bald erfragen." Auch für TAG24 war bis gestern Abend keiner der Verantwortlichen für eine Stellungnahme zu erreichen.

Titelfoto: Imago

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