Orte überflutet, Felsbrocken auf Bundesstraße und Keller unter Wasser: Regen sorgt für Chaos

München - Nach den heftigen Regenfällen mit stellenweisen teils schwerwiegenden Überschwemmungen in Bayern lässt das Frühlingswetter auch am Mittwoch weiter auf sich warten. Der Regen lässt jedoch immerhin endlich etwas nach.

In Bayern mussten Helfer in der Nacht auf Mittwoch gegen Wassermassen kämpfen.
In Bayern mussten Helfer in der Nacht auf Mittwoch gegen Wassermassen kämpfen.  © News5/Merzbach

Bereits in der Nacht habe dieser in Teilen des Freistaats nachgelassen, erklärte Christian Ehmann, Diplom-Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD), am frühen Morgen.

Vereinzelt gebe es aber weiterhin noch stärkere Niederschläge mit zwei bis vier Litern pro Stunde. "Das ist aber die Ausnahme", sagte Ehmann. "Und auch die ziehen jetzt weiter in Richtung Alpen."

Von den Alpen bis zum Bayerischen Wald kann es demnach noch bis zum Nachmittag des Mittwochs Schauer geben. Sonst bleibe es im Freistaat allerdings meist trocken.

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Damit müssen sich die meisten Bayern am Mittwoch begnügen, denn so richtig schön wird es laut DWD im Freistaat zeitnah trotzdem nicht. "Die Sonne wird sich am Mittwoch noch schwertun", so Ehmann. Nur im westlichen Franken könnte die Sonne am Nachmittag kurz zu sehen sein.

Für den eigentlichen Wonnemonat Mai war der Regen der vergangenen Tage stellenweise außergewöhnlich heftig ausgefallen.

Am Alpenrand waren binnen zwei Tagen mehr als 180 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen - etwa so viel wie normalerweise in einem Monat. Hinzu kam Schmelzwasser aus höheren Lagen, das die Hochwassersituation weiter verschärfte.

Flüsse und Bäche schwollen an, Felder und Wiesen standen teilweise unter Wasser, Straßen wurden in der Folge überflutet.

Besonders schlimm erwischte es in diesem Zusammenhang die Menschen in weiten Teilen von Oberfranken. Dort sorgte der Regen neben überfluteten Straßen auch für vollgelaufene Keller und stellenweise sogar Erdrutsche.

Helfer kämpfen in Oberbayern gegen enorme Wassermassen

Regenfälle sorgen für Chaos: In Teilen des Freistaats wurden Grundstücke überflutet.
Regenfälle sorgen für Chaos: In Teilen des Freistaats wurden Grundstücke überflutet.  © News5/Merzbach

Zwischen den Ortschaften Kauerndorf und Kulmbach-Ost ging im Landkreis Kulmbach ein solcher auf die B289 nieder. Ganze Felsbrocken wurden auf die Fahrbahn gespült und mussten mit schwerem Gerät von dieser befördert werden.

Feuerwehr und THW versuchten vielerorts mit Sandsäcken Gebäude zu schützen, die Helfer waren mitunter nahezu die ganze Nacht im Kampf gegen die enormen Wassermassen im Einsatz.

Auch auf den Bahnverkehr hatte das Wetter erhebliche Auswirkungen - und hat dies am Mittwoch weiterhin. So unterspülte auf der Strecke zwischen Dinkelscherben im Landkreis Augsburg und Freihalden im Landkreis Günzburg der Regen ein Gleis. Die Züge können hier nur auf einem Gleis fahren, wie ein Bahn-Sprecher sagte.

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Es sei auch am Mittwoch noch mit geringfügigen Verspätungen zu rechnen.

Im Allgäu gab es ebenfalls Einschränkungen. Auf der Strecke zwischen Immenstadt und Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu überschwemmten die Wassermassen ein Gleis, auch hier kann es laut dem Sprecher weiterhin zu Verspätungen kommen.

Das Wasser muss nun vor allem abfließen. "Deswegen wird sich die Hochwasserwelle verlagern", sagte Joachim Stoermer von der Hochwassernachrichtenzentale. Die Scheitelwelle bewege sich von der oberen Donau flussabwärts Richtung Passau. Auch an der Günz gab es noch keine Entwarnung. Dort stiegen die Pegel zunächst weiter. Dennoch: "Es ist weit unterhalb von einem Jahrhunderthochwasser", sagte Stoermer.

Für einige Landkreise im Süden Oberbayerns und Schwabens sowie an der Donau warnten die Wasserwirtschaftsämter weiter vor Überschwemmungen bebauter Gebiete. An der Donau bei Kelheim hatten die Behörden für die Nacht zum Mittwoch sogar mit einem Anstieg auf die höchste Meldestufe gerechnet. Am frühen Morgen war die Donau an dieser Stelle allerdings noch knapp einen Meter davon entfernt.

Beim Kloster Weltenburg sollten mobile Hochwasserschutzwände aufgebaut werden. "Ansonsten ist der Abfluss aber nicht so dramatisch, dass es zu nennenswerten Schäden kommen dürfte", sagte Constantin Sadgorski, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Landshut und an der Donau für den Landkreis Kelheim.

In Bayern wurden aufgrund von heftigen Regenfälle teils ganze Ortschaften überflutet.
In Bayern wurden aufgrund von heftigen Regenfälle teils ganze Ortschaften überflutet.  © News5/Merzbach

Titelfoto: News5/Merzbach

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