Nach brutaler Attacke: Hockenheims OB geht heute in den Ruhestand

Hockenheim - Knapp sechs Wochen nach einem brutalen Angriff auf ihn wird Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer am heutigen Freitag (19.30 Uhr) mit einer Feier in der Stadthalle in den Ruhestand verabschiedet.

Dieter Gummer war Mitte Juli Opfer einer brutalen Attacke geworden.
Dieter Gummer war Mitte Juli Opfer einer brutalen Attacke geworden.  © Dany Schleicher/Stadtverwaltung Hockenheim/dpa

Der SPD-Politiker war am 15. Juli im Hof seines Hauses im rheinland-pfälzischen Böhl-Iggelheim von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt worden.

Der 67-Jährige hatte eine Gehirnblutung, einen Kieferbruch und Prellungen erlitten. Das Motiv der Tat ist unklar.

Nach Überzeugung des schwer verletzten Gummer können Angriffe wie der gegen ihn immer wieder passieren. "Es gibt nun mal keinen lückenlosen Schutz", betonte der scheidende Rathauschef. Er glaube nicht, dass sein Fall oder der des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) Menschen davon abhalte, für Bürgermeisterposten zu kandidieren.

Er fügte hinzu: "Das darf auch nicht sein. Angriffe auf Kommunalpolitiker dürfen in unserem demokratischen Rechtsstaat nicht das Interesse an politischen Ämtern beeinträchtigen."

Seinem Nachfolger Marcus Zeitler (CDU) werde er nicht zu besonderer Vorsicht raten. "Ich denke, dass in Hockenheim aus diesem Grund niemand besonders auf der Hut sein muss."

Anfang September folgt ihm Zeitler im Amt als Verwaltungschef der Stadt im baden-württembergischen Rhein-Neckar-Kreis mit rund 22.000 Einwohnern. Der CDU-Kandidat hatte bei der Wahl im Juli mehr als 56 Prozent der Stimmen erhalten. Zeitler ist bisher Bürgermeister in Schönau (Rhein-Neckar-Kreis).

Titelfoto: Dany Schleicher/Stadtverwaltung Hockenheim/dpa

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