Horror-Haus: So läuft das Leben von Angelika W. im Knast

So sehen die Einzelzellen für weibliche Untersuchungshäftlinge in der JVA Bielefeld aus.
So sehen die Einzelzellen für weibliche Untersuchungshäftlinge in der JVA Bielefeld aus.  © JVA Bielefeld Brackwede/DPA

Höxter - Seit dem 28. April 2016 sitzt Angelika W. in Untersuchungshaft und wartet auf ihr Urteil. Die 47-Jährige ist wegen Mord durch Unterlassen und mehrfacher Körperverletzung im Prozess um das "Horror-Haus" von Höxter-Bosseborn angeklagt.

In der JVA Bielefeld Brackwede lebt die Angeklagte auf 8,4 Quadratmetern. In der Zelle steht nur ein Stuhl, ein Tisch, ein Bett und ein Schrank. Auch eine Toilette ist dort untergebracht.

Weil sie noch nicht rechtskräftig verurteilt ist, hat sie keine Arbeitspflicht und darf Privatkleidung tragen. Im täglichen Gefängnis-Leben sei sie "weitgehend unauffällig", so Uwe Nelle-Cornelsen, der Leiter der JVA.

Auch laut Angelika W. sei ihr Alltag geprägt von Freundlichkeit der sie umgebenen Menschen. Sie bastelt und bemalt Holzspielzeug, besucht den Gottesdienst und liest viele Bücher. Obwohl sie eingesperrt ist, freue sie sich über die Freiheit, selbst über einen Toilettengang entscheiden zu können. 

"Das Leben hinter Gittern empfindet meine Mandantin als gewissermaßen paradiesisch", sagt ihr Strafverteidiger Peter Wüller in der Neuen Westfälischen. Das sei aber erst so, seitdem sie in Einzelhaft sei. Während sie zunächst in einer Doppelzelle war, soll sie getreten, geschlagen und bespuckt worden sein, als herauskam, dass es sich bei ihr um eine wegen Doppelmordes Angeklagte handelt. Auch der Spitzname "Höxter" sei in dieser Zeit entstanden.

Am 30. November geht die Verhandlung gegen Angelika W. und ihren Ex-Mann Wilfried weiter. Sie will unter anderem berichten, warum sie sich für eine umfassende Aussage, einen "reinen Tisch", entschieden hat.

Titelfoto: JVA Bielefeld Brackwede/DPA