Die Opferzahl in Höxter steigt weiter

Leiter der Mordkommission "Bosseborn", Ralf Östermann, gab am Dienstag die bisherigen Ermittlungsergebnisse bekannt.
Leiter der Mordkommission "Bosseborn", Ralf Östermann, gab am Dienstag die bisherigen Ermittlungsergebnisse bekannt.

Höxter - Neue Details im Fall der getöteten Frauen in Höxter. Wie Ermittler bekannt gaben, ist die Anzahl der Opfer weiter angestiegen.

Nachdem das Paar bereits am Montag gestand, eine weitere Frau ermordet zu haben, gibt es nun Hinweise auf eine weitere Tote. Zudem sollen noch mehr Frauen misshandelt worden sein.

Wie der Leiter der Mordkommission "Bosseborn", Ralf Östermann, bestätigte, sei die Identität einer Frau aus dem Großraum Berlin inzwischen bekannt.

Der beschuldigte 46-jährige Mann habe auch seine Ex-Frau und Komplizin "massiv misshandelt", sagten die Ermittler. Die 47-Jährige sei ihm "hörig" gewesen.

Die Opfer hätten mit dem Paar "im Prinzip" gemeinsam im Haus gelebt, sagten die Ermittler. Es habe keinen separaten Raum gegeben. Wenn die Frauen aber "aufsässig" geworden seien, seien sie etwa an Heizkörper oder in der Badewanne gefesselt worden - oft die ganze Nacht.

Das Haus in Höxter wurde nach Bekanntwerden der Taten von der Außenwelt abgeschirmt.
Das Haus in Höxter wurde nach Bekanntwerden der Taten von der Außenwelt abgeschirmt.

Der beschuldigte 47-jährige Mann sei bereits Mitte der 1990er Jahre zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden, sagten die Ermittler.

Den Opfern seien laut Polizei büschelweise Haare ausgerissen worden. Das sei wohl der Grund, weshalb sie kahlgeschoren worden seien. Die Frauen seien mit den beiden Beschuldigten auch in Höxter unterwegs gewesen.

Die misshandelte Frau aus dem Großraum Berlin sei zwar schwer verletzt gewesen, aber nicht so schlimm, dass es Außenstehenden sofort aufgefallen wäre, sagten die Ermittler. Sie sei von ihren Peinigern nach Braunschweig zum Bahnhof gebracht und dort in einen Zug nach Hause gesetzt worden.

Der beschuldigte Tatverdächtige sei Hartz-IV-Empfänger, sagte Östermann. Er habe die Taten abgestritten und alles auf seine Ex-Frau geschoben.

Im Haus gäbe es Hinweise darauf, dass weitere Frauen dort in den vergangenen Jahren misshandelt worden sein.
Im Haus gäbe es Hinweise darauf, dass weitere Frauen dort in den vergangenen Jahren misshandelt worden sein.

Das Opfer von 2014 habe noch mehrmals SMS verschickt und sei nicht als vermisst gemeldet worden, sagte Östermann.

Dem beschuldigten Paar ging es bei der Misshandlung nach Überzeugung der Ermittler nicht um sexuelle Motive, sondern darum, "Macht auszuüben", sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer.

Die beschuldigte 47-Jährige habe ein umfassendes Geständnis abgelegt, sagte der Leiter der Mordkommission. Das gesamte Haus werde "quadratzentimeterweise" abgesucht, "um zu schauen, ob man Spuren anderer Frauen findet".

Diese Erkenntnisse stützen sich im Wesentlichen auf Aussagen der beschuldigten 47-Jährigen. Sie habe umfassende Angaben zum Tatgeschehen gemacht, sagte Oberstaatsanwalt Meyer. Weitere Ermittlungsergebnisse stützten ihre Aussagen.

Das zweite Opfer sei schwer misshandelt worden. Im Sommer 2014 sei die Frau gestorben, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer. Ihr Leichnam sei tiefgefroren und die Leichenteile im Kamin verbrannt worden.

2014 sei bereits eine 33-Jährige aus Niedersachsen umgebracht worden, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer am Dienstag in Bielefeld.

Fotos: dpa/Marcel Kusch (2), dpa/Friso Gentsch (1)


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