Jetzt gibt's das Höxter "Horror-Haus" als Krimi

Vor dem "Horror-Haus" in Höxter steht Ende April 2016 ein Streifenwagen.
Vor dem "Horror-Haus" in Höxter steht Ende April 2016 ein Streifenwagen.  © DPA

Herford - Die Tat gehört zweifellos zu den spektakulärsten Verbrechen des Jahres 2016: Im sogenannten "Horror-Haus" von Höxter stirbt im April eine 41-jährige Frau an den Folgen von Misshandlungen. Über eine Kontaktanzeige soll sie in eine wochenlange Gefangenschaft gelockt worden sein.

Jobst Schlennstedt, ein Schriftsteller aus Herford, fand die Geschichte so spannend, dass sich sein neuster Lübeck-Krimi "Nebelmeer" grob an die Ereignisse in Höxter anlehnt. Ende Mai ist das Buch im Emons Verlag erschienen.

"Die Ereignisse in Höxter haben mich zu diesem Roman inspiriert, gleichwohl erzählt 'Nebelmeer' aber eine ganz eigene, norddeutsche Geschichte", schreibt der Autor bei Facebook.

"Mir geht es in dem Buch weniger darum, die Grausamkeiten des Täterpaars zu beschreiben, sondern vielmehr die menschlichen Schicksale der Opfer herauszuarbeiten. Zu verdeutlichen, wie verzweifelt diese Frauen bereits waren, noch bevor sie das 'Horror-Haus' überhaupt betreten haben. Darüber hinaus ist 'Nebelmeer' natürlich ein typischer Andresen-Krimi!"

Der Autor und sein Werk: Jobst Schlennstedt hat "Nebelmeer" geschrieben.
Der Autor und sein Werk: Jobst Schlennstedt hat "Nebelmeer" geschrieben.

Mit Andresen meint er "seinen" Kommissar, der von seinen Kollegen zu einem Leichenfund in den Dünen gerufen wird.

Der Fall scheint Parallelen zu einem sechs Jahre alten ungeklärten Leichenfund aufzuweisen, den Andresen als Leiter der X-Einheit auf dem Schreibtisch liegen hat. Als schließlich eine weitere Leiche gefunden wird, fügen sich die Puzzleteile allmählich zusammen. Der Horror, der sich ihnen offenbart, bringt Andresen und seine Kollegin Ida-Marie Berg endgültig an ihre Grenzen.

Der echte "Horror-Haus"-Fall wird aktuell vor Gericht verhandelt. Der 46-jährige Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika W. stehen unter Verdacht. Das Paar soll eine zweite Frau umgebracht und die Leicht zerstückelt und verbrannt haben. Eine weitere Frau entkam.

Ausgerechnet Angelika W., die selbst angeklagt ist, gibt einen Eindruck davon, was Frauen hinter den Wänden erlitten haben sollen. Demnach wurde auch sie Opfer von Wilfried W. - ihren Schilderungen zufolge griff rasch ein System aus Dominanz, Gewalt und Unterwerfung.


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