Kein Grund zur Freude: Hoffenheim hinten naiv

Lyon - Hoffenheim zeigt als Neuling in der Champions League wieder Abwehrschwächen und hat kaum noch Chancen auf ein Weiterkommen. Gegen Donezk geht es nun erstmal darum, den dritten Platz und die Europa-League-Teilnahme zu sichern.

Lyons Jason Denayer (links) und Hoffenheims Joelinton kämpfen um den Ball.
Lyons Jason Denayer (links) und Hoffenheims Joelinton kämpfen um den Ball.  © DPA

Die Rufe "TSG! Hoffenheim!" der 1600 mitgereisten Fans erklangen noch lange und trotzig im EM-Stadion von Lyon. Dennoch ist die Hoffnung der Kraichgauer auf den Achtelfinal-Einzug in der Champions League auf ein Minimum gesunken. So konnte sich Trainer Julian Nagelsmann über das mühsam erkämpfte und glückliche 2:2 (0:2) beim früheren französischen Serienmeister Olympique nicht freuen.

"Ein Punkt ist besser als eine Niederlage. Es bleibt ein Hintertürchen auf - besser als wenn es zu wäre. Aber große Freude werde ich nicht entwickeln", sagte der 31-Jährige am Mittwochabend nach dem vierten sieglosen Gruppenspiel des Königsklassen-Neulings.

Die TSG glich zwar einen 0:2-Rückstand aus und spielte nach der Gelb-Roten Karte für den schwachen Abwehrspieler Kasim Adams (51. Minute) lange in Unterzahl.

Das Heimspiel am 27. November gegen Schachtjor Donezk und die Partie am 12. Dezember beim englischen Meister Manchester City muss Hoffenheim nun aber gewinnen und zugleich auf einen Ausrutscher von Lyon hoffen.

Nico Schulz hockt nach Spielende auf dem Spielfeld.
Nico Schulz hockt nach Spielende auf dem Spielfeld.  © DPA

Für die Franzosen hatten vor 53 850 Zuschauern Weltmeister Nabil Fekir (19. Minute) und Tanguy Ndombelé (28.) getroffen. Andrej Kramaric (65.) und Pavel Kaderabek (90.+2) glichen für den Bundesligisten aus.

"In der zweiten Halbzeit ging es um alles oder nichts. Wir hatten Riesenglück, dass die nicht noch vier oder fünf Tore schießen", räumte Nagelsmann ein. "Wir sind zurückgekommen - natürlich unverdient. Das ist ein glücklicher Punkt für uns."

Die Kraichgauer waren in der Anfangsphase klar überlegen, ließen sich dann aber allzu leicht ausspielen. Die TSG-Defensive präsentierte sich erneut als zu grün für europäisches Spitzen-Niveau, auch wenn Nagelsmann darauf verwies, dass die ganze Mannschaft verteidigen müsse. Zudem hatten die Gäste Glück, dass Lyon bei zahlreichen Konterchancen in der letzten halben Stunde schlampig agierte.

"Bei mir überwiegt die Enttäuschung", sagte Nationalspieler Nico Schulz. "Wenn Lyon nicht so blind vor dem Tor gewesen wäre, schießen die uns ab. Hinten waren wir naiv."

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