Clown mit Kalaschnikow löst Polizei-Aktion aus

Hofgeismar - Ein Mann mit roter Clown-Perücke und falscher roter Nase hält grinsend ein vermeintliches Sturmgewehr in der Hand – dieses auf Facebook veröffentlichte Bild löste am Donnerstag einen größeren Polizei-Einsatz aus.

Artur Klose vor dem Amtsgericht in Hofgeismar – das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.
Artur Klose vor dem Amtsgericht in Hofgeismar – das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.  © dpa/Göran Gehlen

Bei dem "Clown" handelt es sich um den Künstler Artur Klose – und die Durchsuchung seines Hauses in Hofgeismar bei Kassel am Donnerstag war bereits die zweite Polizei-Aktion, die er durch einen Bild-Post auf seinem Facebook-Profil auslöste.

Bereits mit einem Facebook-Eintrag vom 29. Mai hatte der 47-jährige Künstler für Aufregung gesorgt: Er hatte auf einem Foto mit einem Sturmgewehr posiert. Die Polizei nahm den Mann daraufhin zeitweise fest und stellte die mutmaßliche Waffe sicher. Ob sie funktionsfähig ist, werde noch ermittelt, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen.

Am gestrigen Donnerstag stand Artur Klose wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung vor dem Amtsgericht in Hofgeismar. Es ging bei dem Prozess um seine Website "kanacken-sind-untermenschen.de" (TAG24 berichtete).

Das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Die Einstellung sei auf Antrag der Staatsanwaltschaft erfolgt, sagte ein Gerichtssprecher. Der Grund sei, dass gegen den Künstler ein schwerwiegenderes Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz laufe.

Artur Klose stand schimpfen d vor dem Amtsgericht. Die Einstellung sei "schlimmer" als eine Verurteilung, sagte der Hofgeismarer Künstler. Er betreibt seine Internetseite, um die Zustände in der Gesellschaft zu zeigen, wie er sagt. Gegen einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung hatte Klose daher Einspruch eingelegt. Er beruft sich auf die Kunstfreiheit und wollte einen Freispruch vor Gericht.

Der Künstler sieht sich als Opfer: "Jedes Regime versucht, Künstler zu kriminalisieren und sie im Würgegriff der Anklage zu halten", schimpfte er weiter. Er bleibe jetzt auf seinen Anwaltskosten sitzen.

Am Donnerstagnachmittag kam es dann in dem Haus des 47-Jährigen zu einer erneuten Polizei-Aktion. Diesmal war das am Anfang beschriebene Facebook-Foto vom 13. Juni der Auslöser. Abermals durchsuchten Beamte das Haus von Artur Klose und stellten eine mutmaßliche Kalaschnikow (AK-47) sicher, wie ein Polizeisprecher am Donnerstagabend mitteilte. "Da der Verdacht besteht, dass es sich bei der sichergestellten Kriegswaffe um ein echtes Modell handelt, wird es zur Prüfung an die Fachdienststelle im Hessischen Landeskriminalamt übergeben", hieß es weiter.

Artur Klose beteuert hingegen auf Facebook, dass es sich bei beiden sichergestellten Gewehren um Attrappen handle. Seine Kunstaktionen trügen den Titel "Ceci n’est pas un AK-47" ("Dies hier ist keine AK-47", TAG24).

Titelfoto: Facebook/Artur Klose


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0