Hohe Strafe, weil er gegen Flüchtlinge hetzte

Marcus W. (28) auf dem Weg zur Verhandlung.
Marcus W. (28) auf dem Weg zur Verhandlung.

Von Hermann Tydecks

Dresden - Vor Gericht erschien der junge Familienvater mit Partnerin und Baby. Im Internet hetzte Marcus W. (28) aus Dresden aufs Übelste gegen Flüchtlinge. Weil er für ein Dynamo Dresden-Spiel keine Karte mehr bekam...

Es sollte ein Zeichen gegen Fremdenhass sein: Im April lud der Verein 300 Flüchtlinge zum Heimspiel gegen Duisburg ins Stadion ein.

In den sozialen Netzwerken im Internet wurde die Aktion rege geteilt. „Eine gute und schöne Idee“, kommentierte eine Person auf der Facebook-Seite eines regionalen Fernsehsenders (frm-tv).

Auch W. äußerte sich: „Würde sagen an die Wand mit dem Gesindel“, schrieb der Landwirt mit seinem Klarnamen darunter. Der Post wurde schnell gelöscht, W. trotzdem wegen Volksverhetzung angezeigt.

„Ich war sauer, weil ich keine Karte bekommen habe“, gestand W. heute vorm Amtsgericht seine Tat. „Was haben sie mit der Formulierung gemeint?“, fragten Staatsanwältin und Richterin mehrfach.

„Nichts direktes“, entgegnete der Angeklagte mit Realschulabschluss immer wieder. Angeblich wisse er gar nicht, was der Ausspruch bedeutet.

Das kaufte ihm aber keiner ab, zumal er sich auch asylkritisch äußerte. W. wurde schon auffällig (Unfallflucht, Nötigung), wenn auch nicht wegen Hetze. „Das ist keine Bagatelle, schaukelt sich hoch“, sagte die Staatsanwältin. „Im Ergebnis geht dann einer los und wirft den Brandsatz ...“

Es tue ihm leid, sagte Marcus W. am Ende des Prozesses. Richterin Birgit Keeve verurteilte ihn wegen Volksverhetzung zu 2500 Euro Geldstrafe.

Foto: Christian Essler


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