MotoGP am Sachsenring: Eine Mega-Show auf und neben der Rennstrecke

Der Schweizer Moto2 Fahrer Thomas Lüthi (vorn) vom CarXpert Interwetten Team im 1. freien Training auf der Strecke.
Der Schweizer Moto2 Fahrer Thomas Lüthi (vorn) vom CarXpert Interwetten Team im 1. freien Training auf der Strecke.  © DPA

Hohenstein-Ernstthal - Der Grand Prix auf dem Sachsenring ist einer der Höhepunkte im Kalender der Motorrad-Weltmeisterschaft. Über 220.000 Zuschauer pilgerten allein im vergangenen Jahr an die Strecke.

Wie schafft es das sächsische Motorrad-Mekka, weltweit in jedem Jahr unter die Top drei der Zuschauertabelle zu kommen?

Auf der einen Seite lebt der Sachsenring von einer großen Historie. Auch im politisch geteilten Deutschland wurden im Osten lange Rennen mit westdeutscher Beteiligung gefahren. Der zweifache Weltmeister und 14-fache Grand-Prix-Sieger Dieter Braun wurde hier 1991 gefeiert wie ein Held. Als der Sachsenring 1998 erstmals wieder zur WM-Strecke wurde, stieg er zum Mekka des deutschen Motorradrennsports auf. Die Beliebtheit der Grand-Prix-Veranstaltung liegt aber auch am Rahmenprogramm.

Was wird den Fans geboten?

In erster Linie die Trainings und Rennen zur MotoGP, der Moto2- und der Moto3-WM. Im Umfeld fahren drei weitere Nachwuchsklassen. Der Rennsport ist auf höchstem Niveau, die Partys der Fans sind gigantisch. Schlagersänger Jürgen Drews gibt in diesem Jahr ein Konzert, eine Freestyle-Motocross-Show lässt den Boden beben und bei der Fahrerpräsentation haben sich hochkarätige Grand-Prix-Piloten angesagt. Bis tief in die Nacht hinein wird auf dem Ankerberg mit Rummel gefeiert.

Danilo Petrucci macht Fotos mit den wartenden Fans.
Danilo Petrucci macht Fotos mit den wartenden Fans.  © Andreas Kretschel

Warum musste auf dem Sachsenring für die Grand-Prix-Austragung gebaut werden?

Die Auflage des Weltverbandes FIM sah die Erneuerung des Asphalts vor. Insgesamt 50 000 Quadratmeter wurden in zwei Schichten mit rund 4000 Kubikmetern neuem Asphalt bedeckt. Die Erneuerung des Belages brachte auch die Renovierung und Anpassung der Streckenbegrenzung, der Entwässerungsrinnen und die Aufarbeitung der Sicherheitskiesbetten und Rasenbankette mit sich.

Wer sind die bekanntesten Sachsenring-Sieger?

Der Italiener Giacomo Agostini gewann elf Mal auf dem Sachsenring. Er gilt als einer der besten Rennfahrer der Geschichte. Der 15-fache Weltmeister feierte am 16. Juni 2017 sogar seinen 75. Geburtstag auf der Strecke. Neunmal ist der Brite Mike Hailwood in den Siegerlisten eingetragen. In ihrer Glanzzeit fuhren die Piloten meistens in mehreren Klassen und hatten somit mehrere Siegchancen. Der Fahrer mit den meisten Siegen auf dem «neuen» Sachsenring ist Marc Márquez aus Spanien. Er stand bereits sieben Mal ganz oben auf dem Treppchen, davon einmal in der Klasse bis 125 Kubikzentimeter, zweimal in der Moto2-WM und vier Mal in der MotoGP. Ihm folgt mit sechs Siegen sein Honda-Teamkollege und Landsmann Dani Pedrosa.

Wie viele Siege feierten die Deutschen bisher?

Für die deutschen Fahrer ist der Sachsenring kein einfaches Pflaster. Hier ist der Druck besonders hoch. Bei 37 WM-Läufen seit 1934 gab es nur zehn deutsche Sieger. Sandro Cortese beendete 2012 eine 41 Jahre lang andauernde Flaute. Er gewann in der Moto3-Klasse und wurde im gleichen Jahr auch Weltmeister.

Welche Besonderheit hat der Sachsenring?

Er ist einer von fünf Rennstrecken im Grand-Prix-Kalender, auf dem gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird. Das trifft ebenso in Austin im US-Bundesstaat Texas, auf Phillip Island in Australien sowie auf die spanischen Kurse in Aragon und Valencia zu.

Titelfoto: DPA


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